Armutsmigranten wandern in Sozialsysteme ein? AfD-Meuthen attackiert Seehofer scharf!

Stuttgart - Die Corona-Situation entspannt sich etwas, darum hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (70, CSU) Italien und Malta zugesagt, wieder aus Seenot gerettete Migranten aufzunehmen. Da platzt AfD-Mann Jörg Meuthen (58) die Hutschnur!

Bundesinnenminister Horst Seehofer (70) am Mittwoch.
Bundesinnenminister Horst Seehofer (70) am Mittwoch.  © Jörg Carstensen/dpa/POOL/dpa

"Wir werden auch in diesen Fällen Migranten aufnehmen", sagte Seehofer am Mittwoch mit Blick auf zuletzt gerettete Menschen. 

Und weiter: "Die Tatsache, dass es eine Delle gab, liegt schlicht und einfach an der Corona-Entwicklung."

Aus beiden Ländern will Deutschland je 80 Migranten bis Ende Juni oder im Juli übernehmen. Malta hatte am Wochenende mehr als 400 Gerettete an Land gehen lassen.

Auf seiner Facebook-Seite machte AfD-Bundessprecher Meuthen seinem Unmut am Donnerstagmorgen Luft.

In dem Posting verweist er auf ein YouTube-Video, das Seehofer beim Politischen Aschermittwoch der CSU im Jahr 2011 zeige. 

Seehofer betont darin: "Wer zu uns kommt, dauerhaft hier bleiben will, keine Parallelgesellschaften organisiert, der das Miteinander und nicht das Gegeneinander möchte, der ist bei uns willkommen." Und Seehofer setzt nach: "Wenn er vor allem seinen Lebensunterhalt bestreiten kann."

Doch der damalige CSU-Chef stellt auch klar: "Wogegen wir größte Vorbehalte und Bedenken haben - und da werden wir uns in der Berliner Koalition sträuben bis zur letzten Patrone, liebe Freunde und niemals nachgeben - dass wir eine Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme bekommen."

Jörg Meuthen fordert "vollständige Vermeidung illegaler Einwanderung"

Jörg Meuthen (58) watschte den Minister auf Facebook ab.
Jörg Meuthen (58) watschte den Minister auf Facebook ab.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Jetzt, Jahre später, kritisiert Meuthen, dass Seehofers Worte mit "eigener Überzeugung (...), das deutsche Sozialsystem tatsächlich schützen zu wollen" nichts zu tun gehabt hätten.

Begründung: "Mittlerweile sitzt nämlich genau jener Horst Seehofer auf dem mächtigen Stuhl des Bundesinnenministers, und als solcher obliegt ihm auch der Schutz Deutschlands vor illegaler Einwanderung."

Und an anderer Stelle: "Herr Seehofer wusste es schon 2011 (...): Jeder weitere illegale Armutsmigrant kommt direkt in unser Sozialsystem und belastet uns alle zumindest finanziell, und manche der Neuankömmlinge belasten uns auch in ganz anderer Art und Weise, wie die Kriminalstatistiken jedes Jahr aufs Neue deutlich machen."

Anstatt nun die Möglichkeiten seines Amtes zu nutzen "und unsere Grenzen gegen weiteren Zustrom aus aller Herren Länder zu schützen", mache der CSU-Bundesminister "das Tor höchstselbst noch weiter auf".

Indem er nämlich verkündete, "dass Deutschland erneut zahlreiche Armutsmigranten, die mithilfe von Schleppern und ihren gutmenschlichen Helfern in Malta angekommen sind, auf Kosten von uns allen in unserem Vaterland aufnehmen werde".

Meuthen bezieht sich auf ein Interview Seehofers, das dieser im vergangenen Jahr mit der Augsburger Allgemeinen führte. Damals sagte der Innenminister: "Insgesamt kommen jeden Tag die Menschen von umgerechnet zehn Schiffen nach Deutschland. Uns braucht niemand vorzuwerfen, dass wir eine inhumane Politik machen."

Der prominente AfD-Mann rechnet nach: "Jeden Tag Armutsmigranten von zehn Schiffen, das macht in einem Jahr dreitausendsechshundertfünfzig Schiffe mit illegalen Einwanderern." 

Der 58-Jährige fordert in seinem Beitrag angesichts dessen "eine vollständige Vermeidung weiterer illegaler Einwanderung".

Titelfoto: Montage: Jörg Carstensen/dpa/POOL/dpa, Hauke-Christian Dittrich/dpa

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