Keine AfD-Gäste in öffentlich-rechtlichen Talkshows: Jörg Meuthen übt heftige Corona-Schelte

Stuttgart - Seit Wochen beschäftigt das Coronavirus die Republik - auch die deutsche Talkshow-Landschaft. Doch auf der Gästeliste der öffentlich-rechtlichen Sendungen fehlen offenbar Vertreter einer Partei...

AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (58).
AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (58).  © Paul Zinken/dpa

Am Montag wendete sich AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (58) auf Facebook mit Wut im Bauch an seine 140.000 Abonnenten.

"Datiert man den Beginn der akuten Krise auf den 15. März, wurden in diese Talkshows (...) insgesamt 71 Politiker der im Bundestag vertretenen Parteien eingeladen und durften sich dort vor einem Millionenpublikum äußern", schrieb Meuthen in dem Beitrag. "Es gibt allerdings eine Partei, die darf sich nicht äußern: unsere Bürgerpartei."

Dann listete der 58-Jährige auf, aus welchen Parteien die politischen Gäste stammten. Meuthens Auswertung ergab: SPD: 32 (45,1%), Union: 25 (35,2%), FDP: 8 (11,3%), Grüne: 4 (5,6%), Linke: 2 (2,8%) - und AfD: 0 (0,0%).

Das Fazit des AfD-Mannes: "ARD & ZDF: 100% Kartellparteien, aber 0% AfD, so könnte der passende Werbeslogan dieser Sender mittlerweile lauten."

Meuthen kritisiert "betreutes Denken"

Das Coronavirus (Illustration) beschäftigt seit Wochen auch die Talkshows.
Das Coronavirus (Illustration) beschäftigt seit Wochen auch die Talkshows.  © Cdc/ZUMA Wire/dpa

Meuthen hält den öffentlich-rechtlichen Sendern vor, dass man es offenbar mit den Vorgaben von Meinungsvielfalt und Ausgewogenheit für vollkommen vereinbar halte, "wenn die von den Bürgern zum Oppositionsführer bestimmte Partei in der größten Krise unseres Landes seit dem Zweiten Weltkrieg schlicht nicht gehört wird".

Das sei in den Augen des 58-Jährigen nicht nur eine Schande, sondern in höchstem Maße perfide: "Den Bürgern wird damit nämlich suggeriert, wir hätten zu diesem wichtigen Thema nichts beizutragen."

Das Gegenteil sei richtig: Nicht nur im Bundestag und in den Landtagen hätten die AfD-Fraktionen dieses Thema in den letzten Wochen intensiv bearbeitet, auch Meuthen selbst habe "beispielsweise bereits im Februar hier auf meiner Seite nachweislich vor der drohenden enormen Krise gewarnt und die Regierung zum sofortigen Handeln aufgefordert".

Betreutes Denken funktioniere einfach besser ohne Oppositionsführer, bilanziert der Bundessprecher. 

Und er fordert: "Zeit für das Ende des betreuten Denkens. Zeit, den Oppositionsführer demokratisch zu Wort kommen zu lassen. Zeit für Journalismus statt Meinungsmache."

Unter dem Facebook-Posting erntete Meuthen viel Zuspruch. "Die haben halt Angst vor der Wahrheit, die Show würde aus dem Ruder laufen, damit können die nicht umgehen", vermutet ein User. Ein anderer wandte mit Blick auf die Reichweite der AfD auf Facebook ein: "Die meisten informieren sich doch sowieso über die sozialen Medien. Und hier bei Facebook kommt von Euch das meiste."

Titelfoto: Montage: CDC/ZUMA Wire/dpa, Paul Zinken/dpa

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