"Wer kommt da zu uns?": AfD-Meuthen schaut nach Nizza-Terror auf kriminelle Flüchtlinge

Stuttgart - Die Eindrücke des islamistischen Angriffs von Nizza mit drei Toten sind noch frisch. Da knöpft sich AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (59) das Thema kriminelle Flüchtlinge vor - und drischt ordentlich auf Politik, Medien und Flüchtlingshelfer ein.

Trauer vor der Basilika "Notre-Dame" in Nizza nach dem Terror-Angriff.
Trauer vor der Basilika "Notre-Dame" in Nizza nach dem Terror-Angriff.  © Serge Haouzi/XinHua/dpa

Rückblick: Am vergangenen Donnerstag kam es in Frankreich erneut zu einem schrecklichen Angriff. In der Basilika "Notre-Dame" werden drei Menschen (44, 55, 60) attackiert und brutal ermordet. 

Einer 60-Jährigen schnitt der mutmaßliche Täter Brahim A. (21) fast den Kopf ab. Sechs weitere Menschen wurden verletzt.

Der Tunesier kam laut Süddeutscher Zeitung als Boots-Flüchtling am 20. September auf der italienischen Insel Lampedusa an. Reiste von dort nach Frankreich weiter. In Nizza kam er nach Zeitungsangaben am Donnerstagmorgen um 6.47 Uhr an, wie Bilder der Überwachungskameras am Bahnhof zeigten.

AfD-Frontmann Jörg Meuthen hatte sich bereits nach dem blutigen Donnerstag bei seinen 135.000 Facebook-Abonnenten gemeldet, sprach von einem "Akt unfassbar grausamer Barbarei".

Und er forderte: "Unser gesamter, christlich-jüdisch geprägter Kontinent ist mittlerweile in äußerster Gefahr. Unsere gesamte Lebensweise steht jetzt auf dem Spiel, und deshalb müssen wir uns in nie dagewesener Entschlossenheit und in knallharter Konsequenz gegen jede Form des Islamismus wenden."

Nun hat er sich erneut mit dem Thema befasst. Am Montagmorgen schreibt er in einem Facebook-Posting, dass "der fürchterliche, islamistisch motivierte Dreifachmord in einer Kirche von Nizza, begangen durch einen sogenannten 'Flüchtling'" erneut eine Frage aufwerfe.

Nämlich: "Wer kommt da eigentlich zu uns nach Europa - und viel zu oft, Merkels Einladung an alle Welt folgend, auch nach Deutschland?"

Kriminelle Asylbewerber: Ein Blick in die Statistik

AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (59).
AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (59).  © Oliver Dietze/dpa

Dann betrachtet er sich die Kriminalstatistik genauer. 

"Selbstverständlich werden nicht alle sogenannten 'Schutzsuchenden' in unserem Land und auf unserem Kontinent kriminell", schreibt Meuthen, "aber eigentlich ist das wirklich so selbstverständlich, dass es keiner Erwähnung bedürfte, lebten wir nicht in Zeiten, in denen normale Maßstäbe offenbar verlorengegangen sind."

Danach bezieht sich der AfD-Mann auf eine Sonderauswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik durch das Bundeskriminalamt, aus der die Welt exklusiv berichtete.

Demnach wurden von Anfang 2015 bis Ende 2019 insgesamt 715.134 Tatverdächtige zu schweren oder gefährlichen Körperverletzungen ermittelt. Von denen waren 95.282 (13,3 Prozent) Asylbewerber. Was Mord und Totschlag angeht, so waren 14,9 Prozent der Tatverdächtigen Flüchtlinge.

Auch verweist Meuthen auf eine kleine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Stephan Brandner (54), die der Jungen Freiheit vorliegt. Demnach seien 37,5 Prozent aller Tatverdächtigen bei Gewaltdelikten im vergangenen Jahr Ausländer gewesen. Mit 12,2 Prozent an der Spitze: Syrer.

"In den letzten Jahren wurde massenhaft Gewalt in unser Vaterland importiert", bilanziert Meuthen. Die Verantwortlichen in seinen Augen: Politik, Medien und Flüchtlingshelfer.

Meuthen: Asylindustrie hilft bei Schleusung

Von Letzteren spricht er als "Asylindustrie, beginnend bei den Organisatoren eines Shuttleservice auf dem Mittelmeer, und gewiss nicht endend bei kirchlichen Organisationen, die hier vor Ort die Unterbringung und Betreuung der frisch ins Land Gemerkelten organisieren, bezahlt mit sehr hohen Summen unseres Steuergeldes."

Diese würden "bei der Schleusung von Armutsmigranten in unser Sozialsystem und eben auch leider viel zu oft in unsere Kriminalitätsstatistik" mithelfen.

Die Helfer warnt er: Wer seinem Treiben weiterhin unbeirrt nachgehe, Menschen ins Land zu holen, von denen man keine Ahnung habe, was sie im Schilde führten, der spiele Russisches Roulette. 

"Er tut dies allerdings nicht mit sich selbst, sondern mit dem Leben normaler Bürger, was das besonders Perfide an diesem Treiben ist", so Meuthen.

Titelfoto: Montage: Serge Haouzi/XinHua/dpa, Oliver Dietze/dpa

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