Nach Tod von George Floyd (†46): AfD-Meuthen beklagt Rassismus gegen Deutsche

Stuttgart - Nach dem Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd (†46) wird weltweit gegen Rassismus und Polizeigewalt protestiert (TAG24 berichtete). Nun hat AfD-Frontmann Jörg Meuthen (58) das Thema aufgegriffen - und Rassismus gegen Deutsche bemängelt.

AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (58).
AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (58).  © Paul Zinken/dpa

Wie so häufig nutzte der 58-Jährige dafür am Montagmorgen seine Facebook-Seite. In dem Beitrag schreibt er "wie einem schwarzen Amerikaner, nämlich dem bedauernswerten George Floyd, von einem Polizisten förmlich die Luft weggedrückt wird". 

Meuthen verurteilt die Tat scharf: "Wer den Hals eines Menschen unter Einsatz seines eigenen Körpergewichts mit seinem Knie abdrückt, das Ganze sogar mehr als 8 quälend lange Minuten und ungerührt vom Wimmern des Opfers, es könne nicht atmen, der sieht sich vollkommen zu Recht nun dem Vorwurf des Mordes gegenüber."

Er mutmaßt: "Es ist fraglos naheliegend (wenn auch trotz aller berechtigten Wut letztlich hypothetisch), dass dieser Polizist bei einem weißen Verdächtigen anders gehandelt hätte, dass also die Hautfarbe des Betroffenen letztlich entscheidend war für diese todbringende Misshandlung." 

Der 58-Jährige schreibt: "Natürlich ist das dann Rassismus, was denn sonst? Und natürlich ist das nicht hinnehmbar, nirgends auf der Welt und gegenüber niemandem."

"Kartoffeln" werden "abgezogen": Rassismus gegen Deutsche?

Berlin: Ein Mann fotografiert ein Graffiti des Künstlers "EME Freethinker" im Mauerpark, welches George Floyd zeigt
Berlin: Ein Mann fotografiert ein Graffiti des Künstlers "EME Freethinker" im Mauerpark, welches George Floyd zeigt  © Christoph Soeder/dpa

An anderer Stelle beklagt Meuthen dann "Rassismus gegen uns Deutsche". 

Begründung: "Was anderes ist es denn beispielsweise, wenn deutsche Schulkinder von türkischen oder arabischen Mitschülern als 'Deutsche Kartoffeln' beschimpft werden? Wenn man sie nicht mitspielen lässt beim Fußball, weil man mit Deutschen nicht spielen will?"

Das passiere täglich in Deutschland, und jeder, der Kinder im schulpflichtigen Alter habe, wisse das aus eigenem Erleben. "Und was ist mit den bewaffneten Raubüberfällen (das sogenannte 'Abziehen') ausländischer Jugendgangs auf deutsche Jugendliche, um deren Handys, Bargeld oder auch Markenkleidung zu erbeuten?", fragt der AfD-Politiker.

Und weiter: "Warum ziehen sich diese jungen Ausländer nicht gegenseitig ab, sondern suchen sich deutsche Opfer - ist das etwa kein Rassismus?"

Von all diesen Dingen, die es in Deutschland tagtäglich gebe, sei bei den großen Demonstrationen am Wochenende (Anmerkung: Gemeint sind die zahlreichen Demos gegen Rassismus) kein einziges Wort zu hören gewesen. "Rassismus in Deutschland kann in den Augen der Demonstranten sowie ihrer Förderer im politisch-medialen Komplex grundsätzlich nur von weißen Deutschen begangen werden, und zwar gegenüber Menschen, die nicht zu dieser Gruppe gehören", beklagt Meuthen.

In den Augen des AfD-Mannes Unsinn, denn: "Rassistisch kann grundsätzlich JEDER Mensch handeln, und die Orte in Deutschland mehren sich, an denen man sich als 'Bio-Deutscher' besser nicht blicken lässt." Auch da müsse gelten: "Wehret den Anfängen!"

Titelfoto: Montage: Christoph Soeder/dpa, Paul Zinken/dpa

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