AfD-Krawallo Räpple sch... auf Maskenpflicht und fordert zum Widerstand auf

Stuttgart - Seit Wochen hat sich das Bild etwa beim Einkaufen oder in Bus und Bahn verändert: Alle laufen wir maskiert herum im Kampf gegen das Coronavirus. Alle? Mitnichten. Ein prominentes AfD-Gesicht ist auch in Zeiten der Pandemie unmaskiert zu sehen.

Stefan Räpple im Stuttgarter Landtag.
Stefan Räpple im Stuttgarter Landtag.  © Sebastian Gollnow/dpa

Die Rede ist vom lautstarken baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Stefan Räpple (39). Der Politiker ist für sein polterndes und wenig zurückhaltendes Auftreten bekannt und bei seinen Anhängern beliebt.

Auf Facebook hat er kund getan, was er von der Maskenpflicht hält: gar nichts!

"Die Maske ziehe ich nur auf, wenn ich wirklich irgendwo absolut nicht reingelassen werde und dann auch nur unter Protest und mit politischen Äußerungen", beginnt der 39-Jährige seinen Beitrag auf dem sozialen Netzwerk.

Die Masken, die während der Corona-Pandemie zum Alltagsbild gehören, bezeichnet er abfällig als "Windel". 

So fahre der AfD-Rechtsaußen mehrmals pro Woche mit der Bahn. "Das ist noch gar nie ein Problem gewesen ohne Windel. Die Schaffner sagen kein Wort." 

Auch im Rewe-Supermarkt sage der dortige Sicherheitsmitarbeiter nichts, "aber dafür manchmal die Damen an der Käsetheke, da reagiere ich dann gar nicht drauf". 

Es gibt jedoch offenbar einen Ort, bei dem Räpples "oben ohne" nicht zu ziehen scheint: "Nur im Baumarkt, da lassen die Dich wirklich nicht rein ohne. Da ziehe ich den Lappen dann nach dem Gezeter mit dem Wachmann fünf Meter nach Betreten wieder aus und mache dann meine Runde im Baumarkt ohne, klemme ihn an der Kasse und beim Rausgehen wieder halbwegs ans Kinn..."

Für den Politiker, der in der Vergangenheit gemeinsam mit dem Antisemiten und Ex-AfDler Wolfgang Gedeon (73) aus dem Stuttgarter Landtag geworfen wurde (TAG24 berichtete), scheint sein Kampf gegen den Mund-Nasen-Schutz quasi revolutionäre Züge zu haben.

Räpple: "Lassen uns von der Regierung nicht knechten!"

Dezember 2018: Räpple (sitzend) und Gedeon (daneben stehend) werden von der Polizei aus dem Landtag geholt.
Dezember 2018: Räpple (sitzend) und Gedeon (daneben stehend) werden von der Polizei aus dem Landtag geholt.  © Nico Pointner/dpa

So schreibt er: "Leute, ein wenig Widerstand tut echt nicht weh. Ich weiß, es ist bequemer, einfach kurz das Ding aufzuziehen und seine Ruhe zu haben. Aber: unsere Freiheit muss jede Sekunde verteidigt werden!"

Dann kündigt er seinen Fans an: "Wir lassen uns von der Regierung nicht knechten! Die Herrschenden herrschen nur so lange, wie die Kriechenden kriechen."

Bei seinen Anhängern traf der 39-Jährige damit voll ins Schwarze. "Genauso mache ich es auch", schrieb eine Userin. "Wenn Maske, nur mit politischem Statement." Eine andere verriet: "Ich ziehe die auch nicht auf, hab' eine dabei aber bis jetzt bin ich gut durch gekommen."

Andere Follower Räpples bezeichnen die Schutzmasken in den Kommentaren als Maulkorb oder gar Merkel-Maulkorb. Eine Userin verkündete dort: "Ich habe gar keine Maske. Für den Extremfall nur ein Tuch, was ich mir dann hochziehen KÖNNTE. Bis jetzt habe ich es noch nicht gebraucht! Maulkorb aus Prinzip NEIN!"

Räpple hatte in der Vergangenheit immer wieder für markige Aussagen für Wirbel gesorgt. Als etwa an die Opfer des rechtsterroristischen NSU erinnert wurde, schrieb der AfD-Krawallo von "Fake-NSU-Blödsinn", der "durch eine sinnlose Baumpflanzaktion in die Gehirne des gebeutelten und geschröpften Volkes wieder und wieder hineingehämmert wird" (TAG24 berichtete).

Auch der Rundfunkbeitrag (landläufig: GEZ-Gebühr) ist dem 39-Jährigen ein Dorn im Auge. Die öffentlich-rechtliche Berichterstattung beschimpfte er als "tendenziösen GEZ-Dreck" (TAG24 berichtete).

Zuletzt hatte seine Partei die Nase von Räpples Verhalten voll. Ende März schloss die AfD Baden-Württemberg ihn aus der Partei aus. Der 39-Jährige wollte das aber nicht hinnehmen (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Montage: CDC/ZUMA Wire/dpa, Sebastian Gollnow/dpa

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