AfD-Parteitag in Magdeburg wegen Bombendrohung unterbrochen

Magdeburg - Die AfD Sachsen-Anhalt hat ihren Listenparteitag für die Landtagswahl in Magdeburg am Samstagnachmittag wegen einer Bombendrohung unterbrochen.

Wegen einer Bombendrohung ist der AfD-Parteitag in Magdeburg am Samstag unterbrochen worden.
Wegen einer Bombendrohung ist der AfD-Parteitag in Magdeburg am Samstag unterbrochen worden.  © Ronny Hartmann/dpa

Die rund 400 AfD-Mitglieder verließen gegen 15 Uhr nach einer entsprechenden Aufforderung die Messehalle.

Ein Polizeisprecher bestätigte den Eingang einer Bombendrohung. Es würden jetzt Maßnahmen ergriffen, um die Situation abzusichern, sagte er. So sei unter anderem ein Sprengstoffsuchhund angefordert worden. Wie lange die Suche nach einer möglichen Bombe dauert, blieb offen.

Die AfD will am Samstag und Sonntag trotz strenger Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ihre Listen mit Bewerbern für die Landtags- und Bundestagswahl aufstellen.

Die Corona-Regeln des Landes erlauben solche Wahlveranstaltungen. Es gelten strenge Auflagen, etwa eine Maskenpflicht am Platz.

Zahlreiche Anhänger und Funktionäre "Flügel" zugerechnet

Zuvor hatte die Landesfraktion bereits ihren Chef im Landtag, Oliver Kirchner, zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im kommenden Jahr gewählt.
Zuvor hatte die Landesfraktion bereits ihren Chef im Landtag, Oliver Kirchner, zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im kommenden Jahr gewählt.  © Ronny Hartmann/dpa

Vor der Unterbrechung wurde der Fraktionschef im Magdeburger Landtag, Oliver Kirchner, zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 6. Juni 2021 gewählt. Er hatte keinen Gegenkandidaten.

Die Plätze 2 bis 4 sicherten sich Ulrich Siegmund, Hans-Thomas Tillschneider und Daniel Roi. Sie alle sitzen seit 2016 im Landtag. Damals hatte die AfD aus dem Stand fast ein Viertel aller Stimmen geholt und war hinter der CDU zweitstärkste Kraft geworden.

In Sachsen-Anhalt werden viele Anhänger und Spitzenfunktionäre dem offiziell aufgelösten "Flügel" um den Thüringer Landeschef Björn Höcke zugerechnet. Das Bundesamt für Verfassungsschutz ordnet die Strömung als rechtsextremistische Bestrebung ein und beobachtet sie mit nachrichtendienstlichen Mitteln.

Titelfoto: Ronny Hartmann/dpa

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