AfD-Politiker regt sich über "Gendergaga" auf und blamiert sich

Berlin - Der Berliner AfD-Politiker Gunnar Lindemann hat mit einem Tweet über vermeintlichen "Genderwahnsinn" für Kopfschütteln gesorgt.

Fähnchen mit dem Logo der AfD liegen auf einem Tisch. (Symbolbild)
Fähnchen mit dem Logo der AfD liegen auf einem Tisch. (Symbolbild)  © Daniel Karmann/dpa

Das Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses hatte die Überschrift in einer Berliner Zeitung "Frau übersieht Fahrspurende" zu einem Bericht über einen Unfall auf der Autobahn so kommentiert: 

"Der tägliche Genderwahnsinn: Jetzt werden sogar Fahrspuren gegendert. Wie wäre es mal mit der guten alten Duden-Rechtschreibung anstatt mit diesem links-grünen Ideologien?"

Lindemann störte sich in seinem Tweet vom Montagabend an dem Wort "Fahrspurende", das als gegenderte Pluralform missverstanden werden könnte - Studierende beispielsweise ist der geschlechtsneutrale Plural von Studenten.

Seinen Tweet versah der AfD-Politiker unter anderem mit dem Hashtag "Gendergaga". Der Spott ließ nicht lange auf sich warten. Auf Twitter waren eine Reihe zum Teil bissiger Anmerkungen die Folge: 

"Fahrspur + Ende = Fahrspurende Das weiß ich noch von meinem Deutschkurs (also Deutsch + Kurs)", lautete ein Kommentar, "Hallo Herr Lindemann, wurde ihr Account böswillig Satiregehackt?", ein anderer.

Zur Frage, wie ernst gemeint der Tweet war, sagte Lindemann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) "Ein Wort 'Fahrspurende' existiert nach dem Duden für die deutsche Rechtschreibung nicht. Mit dem Tweet wollte ich auf humorvolle Art die Medientreibenden und alle anderen Leser ein wenig für die deutsche Sprache sensibilisieren. Das Ende einer Fahrspur ist mir als Verkehrspolitiker natürlich bekannt."

Lindemann ist seit 2017 Mitglied des Abgeordnetenhauses, dort auch im Verkehrsausschuss und außerdem im Bezirksvorstand der AfD Marzahn-Hellersdorf.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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