Nach folgenschwerem Boxhieb: Andreas Kalbitz tritt endgültig zurück!

Berlin - Andreas Kalbitz (47), Vorsitzender der Brandenburger AfD-Fraktion, gibt sein Amt endgültig auf.

Andreas Kalbitz ist als Landesvorsitzender der AfD in Brandenburg zurückgetreten.
Andreas Kalbitz ist als Landesvorsitzender der AfD in Brandenburg zurückgetreten.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Das bestätigte Kalbitz der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag, zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. 

Kalbitz hatte den Vorsitz wegen der juristischen Auseinandersetzungen um seine Parteimitgliedschaft seit Anfang August ruhen lassen.

Das Gerichtsverfahren zur Wiedererlangung seiner Mitgliedsrechte in der Partei werde er aber weiterverfolgen. 

Kalbitz kämpft derzeit vor Gericht gegen die Annullierung seiner Mitgliedschaft in der AfD. Sein Amt als Fraktionsvorsitzender in Potsdam wollte er eigentlich nur ruhen lassen - bis zur Entscheidung des Gerichts. Solange sollte der Parlamentarische Geschäftsführer, Dennis Hohloch (31), den Vorsitz übernehmen.

"Da die Gerüchteküche brodelt und der Topf mittlerweile fast überkocht: Ja, ich liege aktuell noch im Krankenhaus mit einem Milzriss", schrieb Hohloch am Dienstag auf Twitter. 

Zuvor war in der Partei kolportiert worden, Hohloch sei nach einer wohl unbeabsichtigt heftigen Begrüßung des aus der Partei ausgeschlossenen Ex-Landeschefs Kalbitz in die Klinik eingeliefert worden.

Kalbitz boxt AfD-Kumpel unabsichtlich ins Krankenhaus

Andreas Kalbitz mit seinem Vertreter Dennis Hohloch.
Andreas Kalbitz mit seinem Vertreter Dennis Hohloch.  © dpa/Wolfgang Kumm

Laut einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland wurde der 31-Jährige Hohloch in der vergangenen Woche in den Fraktionsräumen im Potsdamer Landtag verletzt, als ihn der aus der Partei ausgeschlossene Ex-Landeschef AndreasKalbitz begrüßte - wohl unabsichtlich heftig. 

Nach Informationen aus der AfD erlitt Hohloch innere Verletzungen, Anhaltspunkte für einen Streit zwischen den beiden Männern gibt es nach dpa-Informationen nicht. 

"Am besten gibt es der Artikel des RND wieder", hieß es in dem Tweet Hohlochs weiter. Dies hatte er der dpa auf Anfrage ebenfalls mitgeteilt. Telefonisch zu erreichen war er nicht.

Kalbitz sagte der "Berliner Zeitung": "Natürlich bedauere ich dieses Missgeschick sehr und diese Verkettung unglücklicher Umstände." 

Noch vor Erscheinen des Berichts hatte Kalbitz am Montag zu Darstellungen aus der Partei, er habe seinen Fraktionskollegen krankenhausreif geschlagen, auf Anfrage gesagt: "Mir traut man inzwischen wohl alles zu." 

Das sei "innerparteiliches Schmierentheater" von Leuten, die Angst hätten, dass er am Freitag seinen Prozess vor dem Landgericht Berlin gewinnen und wieder Parteimitglied werden könnte. "Die wollen mich unbedingt weg haben."

Die Staatsanwaltschaft Potsdam leitete Ermittlungen gegen Kalbitz ein. "Wir haben das von Amts wegen eingeleitet aufgrund der Presseberichterstattung", sagte ein Behördensprecher. Es gehe um den Anfangsverdacht der fahrlässigen Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft ist gesetzlich verpflichtet, bei Hinweisen auf mögliche Straftaten Ermittlungen einzuleiten - dies sagt nichts darüber aus, ob ein strafbares Verhalten vorliegt.

Update, 17.00 Uhr: Georg Pazderski begrüßt Rücktritt von Kalbitz als Fraktionschef

Berlins AfD-Fraktionschef Georg Pazderski hat den endgültigen Rückzug von Andreas Kalbitz als Vorsitzender der Brandenburger AfD-Landtagsfraktion begrüßt. "Ich bin erleichtert, dass sich das Buch Kalbitz nun endgültig schließt", sagte Pazderski am Dienstag.

"Es waren zu viele unerträgliche Kapitel, die der Partei massiv geschadet haben. Dieser Mann ist nicht politikfähig." Die AfD habe nun die Chance, ihre Glaubwürdigkeit bei bürgerlich-konservativen Wählern zu stärken. "Diese müssen wir mit Nachdruck nutzen", meinte Pazderski.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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