Anti-AfD-Protest in Gießen: Wasserwerfer-Einsatz, mehrere Verletzte!

Von Jens Albes, Christiane Warnecke, Christine Schultze, Florian Gürtler

Gießen - Tausende Demonstranten protestieren seit Samstagmorgen gegen die geplante Neugründung der AfD-Jugendorganisation "Generation Deutschland" in Gießen. Die Polizei ging mit einem Wasserwerfer gegen Protestierende vor, um eine Straßenblockade aufzulösen. Das Uniklinikum Gießen meldete mehrere Verletzte.

Auf der B429 nahe der Lahnbrücke bei Gießen ging die Polizei mit einem Wasserwerfer gegen Demonstranten vor.  © Lando Hass/dpa

Bei den massiven Protesten in der mittelhessischen Stadt habe es bislang zehn Leichtverletzte gegeben. Sie alle hätten eigenständig zu Fuß das Krankenhaus aufgesucht, wie ein Kliniksprecher erklärte. Er nannte etwa Verletzungen an Händen und Beinen als Beispiele.

Die Polizei ging am Samstagvormittag mit einem Wasserwerfer auf der B429 gegen etwa 2000 Demonstranten vor, welche die Bundesstraße blockiert hatten.

Am Vormittag startete zudem in der Nähe der Gießener Innenstadt die voraussichtlich größte Kundgebung des heutigen Tages. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte die Aktion angemeldet, zu der nach Angaben der Polizei rund 30.000 Teilnehmer erwartet wurden.

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Am frühen Samstagmorgen war die Polizei mit diversen Besetzungen konfrontiert gewesen: Mehrere Straßen seien "massiv" blockiert worden, betonte ein Polizeisprecher. Ein auf "X" veröffentlichtes Video soll etwa eine Straßenblockade bei der Gemeinde Heuchelheim westlich der Stadt zeigen.

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Anti-AfD-Protest in Gießen: Polizisten drücken Demonstranten zurück.  © Hannes P. Albert/dpa
Demonstranten aus dem Umfeld der Antifa-Bewegung blockierten am Samstagmorgen die Lahnparkstraße in Gießen  © Lando Hass/dpa

Protest in Gießen: Polizisten mit Steinen beworfen

Bereits am frühen Samstagmorgen kam es in Gießen zu massiven Protesten gegen die geplante Neugründung der AfD-Jugendorganisation.  © Boris Roessler/dpa

Am Samstagmorgen kam es auch zu Steinwürfen gegen Polizisten, als eine größere Gruppe von Demonstranten versuchte, eine Polizeiabsperrung an einem Umspannwerk vor Gießen zu durchbrechen. Ein Beamter wurde dabei leicht verletzt.

Ein großer Protestzug zog zudem am Morgen vom Bahnhof in die Innenstadt. Eine Polizeisprecherin sprach von einer "aktiven Lage mit vielen verschiedenen Schauplätzen".

Im Vorfeld waren insgesamt rund 50.000 Demonstrantinnen und Demonstranten gegen die AfD in Gießen erwartet worden.

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Das Protestbündnis "Widersetzen" hatte zu den Demonstrationen aufgerufen.

In Gießen rückten am frühen Samstagmorgen bereits zahlreiche Polizeikräfte an und bereiteten sich auf Proteste vor.  © News5

Die hessische Sektion der Deutschen Polizeigewerkschaft hatte sich am Freitag mit einem Appell an die Protestierenden wie auch an die Anhänger der AfD gewandt und zum Gewalt-Verzicht aufgerufen.

Erstmeldung vom 29. November, 8.15 Uhr, zuletzt aktualisiert um 12.06 Uhr.

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