Auftrittsverbote für Xavier Naidoo: AfD-Meuthen attackiert die SPD

Stuttgart - Sänger Xavier Naidoo (48, "Dieser Weg") sorgte in jüngster Zeit für handfeste Negativpresse. Nachdem SPD-Politiker sich für Auftrittverbote stark machen, ist AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (58) jetzt die Hutschnur geplatzt.

AfD-Frontmann Jörg Meuthen (58).
AfD-Frontmann Jörg Meuthen (58).  © Paul Zinken/dpa

Wir erinnern uns: Im März sorgte Naidoo mit einem Video für Wirbel, in dem er Flüchtlinge mit Wölfen verglich (TAG24 berichtete). So hieß es etwa: "Eure Töchter, eure Kinder sollen leiden, sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden." 

An anderer Stelle sang der 48-Jährige: "Ich habe fast alle Menschen lieb, aber was ist, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt?"

Nach dem Song war er seinen RTL-Job bei "Deutschland sucht den Superstar" los. Selbst die Söhne Mannheims, zu deren Gründern Naidoo zählt, gingen auf Distanz (TAG24 berichtete).

In der Corona-Krise lässt er mittlerweile via seinem Telegram-Account die Herzen von Verschwörungstheoretikern und Impfgegnern höher schlagen. 

Jetzt also neuer Rummel: Im nächsten Jahr wollte der Sänger in der Rostocker Stadthalle auftreten. Die SPD-Fraktion in der Bürgerschaft will das unbedingt verhindern. "Dieser Mensch verbreitet seit Jahren die wildesten Verschwörungstheorien, hetzt gegen Minderheiten und erkennt die Bundesrepublik und das demokratische Grundgesetz nicht an", heißt es in einer Pressemitteilung der Sozialdemokraten.

Und weiter: "Solche Personen stehen dem weltoffenen und multikulturellen Gesicht unserer Stadt klar entgegen." Man fordere den Betreiber "der Stadthalle auf, klare Kante zu zeigen und das geplante Konzert von Xavier Naidoo nicht zu genehmigen".

Auch Auftritte in Dortmund (TAG24 berichtete) und Ulm (TAG24 berichtete) sollen nicht stattfinden. Für AfD-Politiker Jörg Meuthen waren diese Forderungen eine Steilvorlage, auf seiner Facebook-Seite hielt er mit seiner Meinung nicht hinterm Berg.

SPD für Meuthen "Feinde der Meinungsfreiheit"

Xavier Naidoo (48) sorgte im März für jede Menge Wirbel.
Xavier Naidoo (48) sorgte im März für jede Menge Wirbel.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

"Die SPD in Rostock fordert ein Auftrittsverbot für Xavier Naidoo", begann der 58-Jährige dort seinen Beitrag

Und weiter: "Er hetze angeblich gegen Minderheiten, erkenne die Bundesrepublik nicht an und stünde dem weltoffenen und multikulturellen Gesicht der Stadt Rostock klar entgegen, so der Fraktionsvorsitzende der SPD in der Rostocker Bürgerschaft, Steffen Wandschneider-Kastell."

Angesichts der Verbotsforderungen mutmaßt Meuthen: "Ganz offensichtlich schießt man sich bei der deutschen Sozialdemokratie mittlerweile auf diesen populären Künstler ein, denn erst vor wenigen Tagen verlangte Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (natürlich ebenfalls SPD) ein Auftrittsverbot für Naidoo in Dortmund - sein Konzert sei 'nicht vereinbar mit dem Charakter einer weltoffenen Stadt'."

Da platzt dem prominenten AfD-Mann der Kragen: "Was für ein Verständnis von Weltoffenheit! Die ach so weltoffenen und toleranten Sozis zeigen damit ihre gesamte Intoleranz, ja ihren Hang zum Totalitarismus, wenn Menschen eine andere Meinung als sie haben und diese auch klar äußern."

Die Attacken aus der SPD seien ein brandgefährlicher Angriff auf die grundgesetzlich garantierte Meinungs- und Kunstfreiheit und erinnerten "an sehr finstere Zeiten in Deutschland". Meuthen fordert: "Zeit, die SPD als Feinde der Meinungs- und Kunstfreiheit klar zu benennen. Zeit für einen fairen Umgang mit Künstlern, auch wenn sie außergewöhnliche Meinungen vertreten."

Bei den Usern stieß der AfD-Politiker mit dem Beitrag auf jede Menge Zustimmung. "Soweit sind wir schon!", erboste sich ein Nutzer. "Und das in einem freien Land mit freier Meinungsäusserung???"

"Wäre dieses Vorgehen noch Demokratie?", will ein anderer wissen. Und an den "Sohn Mannheims" gerichtet: "Ich wünsche Herrn Naidoo alles Gute, bleiben Sie stark!!!" Ein weiterer kommentierte knapp: "Erinnert mich an Zustände von 1933."

Titelfoto: Montage: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa, Paul Zinken/dpa

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