Bertelsmann-Studie: 29 Prozent der AfD-Wähler denken klar rechtsextrem!

Berlin - Erschreckende Daten einer Studie der Bertelsmann Stiftung! Mehr als jeder vierte AFD-Wähler zeigt deutlich rechtsextreme Einstellungen.

Die Studie zeigt, dass sich unter den Wählern der AFD deutlich mehr rechtsextrem eingestellte Menschen befinden als in anderen Parteien.
Die Studie zeigt, dass sich unter den Wählern der AFD deutlich mehr rechtsextrem eingestellte Menschen befinden als in anderen Parteien.  © dpa/Sebastian Willnow

Unter den Wählern der AfD sind Chauvinismus, Ausländerfeindlichkeit und ein gewisser Hang zum Autoritären deutlich stärker verbreitet als unter den Anhängern der anderen Parteien im Bundestag.

Zu diesem Ergebnis kommt die Bertelsmann Stiftung in der Auswertung einer Studie, die auf einer repräsentativen Online-Umfrage vom Juni 2020 beruht.

Um rechtsextreme Einstellungen zu messen, waren die 10.055 Teilnehmer der Umfrage aufgefordert worden, sich zu Aussagen wie "Wir sollten einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert" oder "Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet" zu positionieren.

Den Angaben zufolge fanden sich "manifest rechtsextreme" Einstellungen bei 29 Prozent der Befragten, die beabsichtigten, die AfD zu wählen.

Unter den Anhängern von CDU und CSU äußerten sich demnach sechs Prozent entsprechend.

In der Wählerschaft von Linke und FDP lag der Anteil laut Bertelsmann Stiftung bei jeweils fünf Prozent. Niedriger war der Wert für die SPD-Wähler (vier Prozent) und die Wähler der Grünen (zwei Prozent).

Chauvinistische Einstellungen bei mehreren Parteien stark vertreten

Neben klar rechtsextremem Denken finden sich unter AFD-Anhängern weit verbreitet chauvinistische Einstellungen.
Neben klar rechtsextremem Denken finden sich unter AFD-Anhängern weit verbreitet chauvinistische Einstellungen.  © Bernd März

Eindeutig oder zumindest teilweise populistische Einstellungen wurden darüber hinaus laut Bertelsmann Stiftung von fast drei Viertel (73 Prozent) der AfD-Wählerschaft vertreten.

Unter allen Wahlberechtigten in Deutschland vertreten der Untersuchung zufolge 7,7 Prozent ein geschlossen rechtsextremes Weltbild.

Deutlich weiter verbreitet sind chauvinistische Einstellungen.

Dazu zählen Forscher beispielsweise den Wunsch nach mehr "Mut zu einem starken Nationalgefühl", nach einem "harten und energischen Durchsetzen deutscher Interessen gegenüber dem Ausland" und dem Ziel, "Deutschland die Macht und Geltung zu verschaffen, die ihm zusteht" als oberste Maxime deutscher Politik.

Unter den Wählern der Unionsparteien und der FDP stimmen solchen Aussagen bei der Befragung etwas mehr als 60 Prozent ganz oder teilweise zu.

Unter den Wählern der AfD waren es 90 Prozent. Auch hier bildeten die Grünen den Gegenpol: Unter ihren Anhängern ist dieser Chauvinismus-Wert mit 34 Prozent geringer als bei allen anderen Parteien.

Titelfoto: Bildmontage: dpa/Sebastian Willnow & Bernd März

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