Dachauer Bank kündigt AfD-Konto: "Eine geschäftspolitische Entscheidung"

Dachau - Die Volksbank-Raiffeisenbank Dachau (VR) hat das dort angelegte Geschäftskonto des hiesigen AfD-Ortsverbands gekündigt.

Das Konto des AfD Ortsverbands in Dachau wurde von Seiten der Bank gekündigt. (Symbolbild)
Das Konto des AfD Ortsverbands in Dachau wurde von Seiten der Bank gekündigt. (Symbolbild)  © Daniel Karmann/dpa

Der Pressesprecher der Bank äußerte sich am Donnerstag zu dem Schritt: "Wir haben uns entschieden, das Konto des Ortsverbandes der AfD bei uns im Haus nicht zu führen. Das ist eine geschäftspolitische Entscheidung, die wir auch nicht begründen."

Der "Münchner Merkur" hatte darüber berichtet. Es sei auch nur das Konto der Partei betroffen. Die Privatkonten der Mitglieder der rechtspopulistischen Partei seien von dieser Entscheidung nicht betroffen.

Man berufe sich bei dieser Entscheidung auf die Vertragsfreiheit. Die Bank ist nicht verpflichtet, mit dieser - oder jeder anderen Partei - eine Geschäftsbeziehung zu führen.

"Der Umgangston der AfD ist mit unseren genossenschaftlichen Werten nicht vereinbar", heißt es weiter.

Debatte über Entscheidung entbrennt auf Facebook

Das AfD-Geschäftskonto ist gekündigt, die Privatkonten der Mitglieder sind nicht betroffen. (Symbolbild)
Das AfD-Geschäftskonto ist gekündigt, die Privatkonten der Mitglieder sind nicht betroffen. (Symbolbild)  © 123rf/Titipong Chumsung

Auf Facebook wurde daraufhin heftig über diese Entscheidung diskutiert.

Da es von Seiten der Volksbank-Raiffeisenbank Dachau keinen eigenen Post dazu gab, thematisierten die Follower die Konto-Kündigung unter dem letzten Beitrag der VR - einem FIFA21 Online Turnier.

"DANKE, dass ihr klare Kante zeigt! Genauso geht man mit Neonazis um! Eurem guten Beispiel könnten noch viele andere folgen", schreibt ein User.

"Großen Respekt und Hochachtung für diesen Schritt! Das rechte Gschwerl muss auf allen Ebenen bekämpft werden!", fügt ein weiterer hinzu.

Doch auch Gegenstimmen sind in der Kommentarspalte zu finden. "Schämen Sie sich !Dem Vorstand dieser Bank fehlt leider das Wissen was Demokratie ist !", empört sich ein User und ein anderer kommentiert: "Ich hoffe, dass ganz viele ihrer Kunden Konsequenzen ziehen und ihre Konten bei Ihnen kündigen....."

Die Mehrheit der kommentierenden Facebook-Nutzer scheint diesen Schritt jedoch zu begrüßen - vor allem mit Bezug auf den historischen Hintergrund des Ortes: "keine chance den Nazis, keine Chance der NSAfD. Schon gar nicht in Dachau. Klar Kante gezeigt. Sehr gut!", fasst ein User zusammen. (Rechtschreibungen übernommen.)

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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