Die AfD im Super-Wahljahr 2021: Wie die Partei versucht, Wähler zu mobilisieren

Leipzig - Interne Machtspielchen, Kampf um Wähler, unter Beobachtung des Verfassungsschutzes: Die Alternative für Deutschland (AfD) will zum Endspurt des Superwahljahres 2021 ordentlich ins Ziel kommen. Eine TV-Reportage beleuchtet die Partei jetzt.

Teilnehmer eines Protestes gegen die AfD in Magdeburg.
Teilnehmer eines Protestes gegen die AfD in Magdeburg.  © MDR/Jana Merkel

In dem von MDR, BR und SWR produzierten Streifen "Exclusiv im Ersten" kommt am Montag (22 Uhr/ARD) unter anderem ein ehemaliger AfD-Mitarbeiter zu Wort.

"Von den Gegnern der AfD wird immer behauptet, die seien geschichtsvergessen. Im Gegenteil: Ich habe dort sehr, sehr viele Menschen kennengelernt, die sich sehr mit Geschichte beschäftigen. Bloß interpretieren sie es anders", so der Ex-Angestellte.

"Sie nehmen das Dritte Reich nicht, sozusagen, als Warnung, dass das nicht wieder passieren darf, sondern als Blaupause: 'So können wir es wieder machen.' Träumereien von Straßenkämpfen, die gibt es bei vielen in der AfD. Das habe ich wirklich erlebt in Gesprächen."

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Auch der Wahlkampf vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt wird in der Reportage analysiert, über die anstehende Bundestagswahl am 26. September gesprochen.

Dazu tritt auch Jörg Meuthen (60), der Co-Vorsitzende der AfD, vor die Kamera.

Reportage "Exclusiv im Ersten" über die AfD: Politische Arbeit soll Angst und Wut erzeugen

Teilnehmer einer Wahlkampfveranstaltung der AfD im Juni 2021 in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt).
Teilnehmer einer Wahlkampfveranstaltung der AfD im Juni 2021 in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt).  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Franziska Schreiber trat 2017 aus der AfD aus. Dass die politische Arbeit der Partei darauf abzielt, negative Emotionen, etwa Angst und Wut zu erzeugen, davon ist sie überzeugt. Es würden dauerhaft bedrohliche Szenarien gezeichnet, sagt sie.

"Diese Untergangsfantasie ist ganz wichtig, um den Mobilisierungscharakter hochzuhalten", weiß Schreiber.

"Es muss um alles gehen. Es muss um das gesamte Leben, die Freiheit selber gehen, um was ganz Entscheidendes, um die Leute bei der Stange zu halten. Es ist ein künstlicher, herbei geschriehener Zustand, den man natürlich aufrechterhalten will, weil die Leute sonst nicht spenden, weil die Leute sonst nicht wählen, weil die Leute sonst nicht Wahlkampf für einen machen."

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Die Reportage seht Ihr am Montagabend ab 22 Uhr im Ersten und danach auch in der ARD-Mediathek.

Titelfoto: Bildmontage: MDR/Jana Merkel, Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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