Es geht um die "Wiege Sachsens"! AfD will die Albrechtsburg in rechtes Zentrum verwandeln

Meißen - Die AfD will das Kornhaus der Meißner Albrechtsburg kaufen! In der "Wiege Sachsens" soll ein Schulungszentrum der Rechten entstehen. Der Freistaat Sachsen hat kein Interesse am Kauf.

Hier könnte die AfD einziehen: das Kornhaus bei der Meißner Albrechtsburg.
Hier könnte die AfD einziehen: das Kornhaus bei der Meißner Albrechtsburg.  © Holm Helis

Das Kornhaus, direkt neben Albrechtsburg und Dom gelegen, ist seit Jahren vom Verfall bedroht, am 4. Juli wird es zwangsversteigert. Die AfD- und die Linken-Fraktion forderten: Der Freistaat solle das Gebäude ersteigern und endlich wieder herrichten! Doch der Freistaat gab sich zögerlich.

Jetzt will die AfD selbst das historische Kornhaus kaufen. Carsten Hütter (57), Schatzmeister der Bundespartei: "Wir wollen das Gebäude erwerben und auf dem Meißner Burgberg an der Wiege Sachsens ein Tagungs- und Schulungszentrum mit angeschlossenen Übernachtungsmöglichkeiten etablieren."

Wie die Landesfraktion gegenüber TAG24 mitteilte, wollen die AfD-Mitglieder das Kornhaus nicht nur parteiintern nutzen. Auch öffentliche Veranstaltungen seien auf den 1785 Quadratmetern Nutzfläche geplant.

Fraktions-Chef Jörg Urban (58): "Es geht darum, eines der wertvollsten Kulturdenkmäler unserer Heimat zu erhalten." Das Startgebot der Auktion liegt bei 370.000 Euro.

AfD-Schatzmeister Carsten Hütter (57, l.) und Landtagsfraktions-Chef Jörg Urban (58) wollen das Kornhaus kaufen.
AfD-Schatzmeister Carsten Hütter (57, l.) und Landtagsfraktions-Chef Jörg Urban (58) wollen das Kornhaus kaufen.  © Sebastian Kahnert/dpa

"Fatales Signal für unsere Demokratie"

Das Finanzministerium bestätigte auf TAG24-Anfrage, dass der Freistaat das Kornhaus nicht kaufen will.

"Es besteht kein Staatsbedarf für diese Immobilie", teilte das Ministerium mit. "Auch ein möglicherweise angesetztes Zwangsversteigerungsverfahren in Bezug auf das Kornhaus ändert daran nichts."

Geschockt zeigt sich Linken-Landtagsabgeordneter Franz Sodann (48): "Das ist ein fatales Signal für unsere Demokratie." Der Freistaat müsse dringend seine Entscheidung überdenken.

Titelfoto: Holm Helis

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