Hitler-Imitator? Skurriler Auftritt sorgt für Verwirrung bei AfD-Jugendkongress

Von Jörg Ratzsch

Gießen - Bei der Wahl des Vorstandes der neuen Jugendorganisation der AfD "Generation Deutschland (GD)" haben Kandidaten stramm rechte Töne angeschlagen, zudem kam es zu einer skurrilen Szene.

Die Teilnehmer der Gründungsveranstaltung stimmen über einen Tagesordnungspunkt ab.  © Andreas Arnold/dpa

Denn Alexander Eichwald, der sich für den Vorstand bewarb, aber nicht gewählt wurde, sorgte in der Halle in Gießen für Verwirrung und Kritik. Eichwald trat mit rollendem "R" und einer im Ton an NS-Reichskanzler Adolf Hitler erinnernden Rede ans Pult.

Er sprach die Teilnehmer mit "Parteigenossen und -genossinnen" an und rief in den Saal: "Die Liebe und Treue zu Deutschland teilen wir uns hier gemeinsam" und "es ist und bleibt unsere nationale Pflicht, die deutsche Kultur vor Fremdeinflüssen zu schützen".

Aus dem Saal kam anschließend scharfe Kritik. Eichwald wurde unter großem Beifall gefragt, ob er ein V-Mann des Verfassungsschutzes sei. Sein rollendes "R" erklärte er damit, Russlanddeutscher zu sein.

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Ansonsten rief der schleswig-holsteinische AfD-Jungpolitiker Kevin Dorow, der in das Führungsgremium der Nachwuchsorganisation gewählt wurde, dazu auf, sich "von denjenigen, die außerhalb der etablierten Parteistrukturen für dieselben Ziele kämpfen wie wir" nicht zu distanzieren. Abgrenzung sei das Lieblingsspiel der Gegner.

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Stramm rechte Töne und Verweis auf Hitlerjugend

Man wolle die "Speerspitze der jungen Rechten" in Deutschland sein, hieß es bei der Veranstaltung am Samstag in Gießen.  © Thomas Frey/dpa

Man müsse das Gegenteil tun und das sogenannte Overton-Fenster verschieben, sagte Dorow. Damit wird eine Verschiebung des Sagbaren gemeint.

"Wie es Björn Höcke vor wenigen Monaten rezitiert hat, Jugend muss durch Jugend geführt werden, und dieses Prinzip muss unser Leitstern sein", sagte Dorow mit Blick auf Thüringens AfD-Parteichef.

"Diese Jugendorganisation, liebe Freunde, wird die Speerspitze der jungen Rechten in Deutschland sein", fügte er unter großem Jubel der Anwesenden hinzu.

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"Jugend wird durch Jugend geführt" galt als Prinzip der sogenannten Bündischen Jugend in der Weimarer Zeit und später auch der Hitlerjugend.

Begleitet wurde der Gründungskongress von massiven Protesten und einem großen Polizeiaufgebot.  © Boris Rössler/dpa

Abschiebungen, "dass die Startbahnen glühen"

Der Baden-Württemberger Mio Trautner forderte, "dass die Abschiebungen im Land endlich starten, dass die Startbahnen in Deutschland glühen".

Tosenden Beifall gab es für die Aussage der Kandidatin Julia Gehrkens, die ebenfalls in den GD-Vorstand gewählt wurde: "Nur millionenfache Remigration schützt unsere Frauen und Kinder!"

Auch Neu-Vorstandsmitglied Cedric Krippner bekam großen Beifall, als er "millionenfache Remigration" forderte. "Wir müssen abschieben, abschieben, abschieben, bis Deutschland wieder Heimat wird", sagte Helmut Strauf, ebenfalls Vorstandsmitglied der GD.

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