"Schwuchtelbinde"-Kommentar von AfD-Politiker: Weidel will Junge aus Partei kicken!

Berlin - Diese Zeilen hatten für mächtige Aufregung gesorgt! Weil sich Deutschlands DFB-Keeper Manuel Neuer (35) beim Spiel gegen Portugal mit Regenbogen-Kapitänsbinde zeigte, wetterte der AfD-Politiker Uwe Junge (63) auf Twitter gegen den Torhüter. Nun bekam er dafür die Quittung.

Mag Schnurrbärte, aber keine Regenbogen-Kapitänsbinde: AfD-Politiker Uwe Junge (63).
Mag Schnurrbärte, aber keine Regenbogen-Kapitänsbinde: AfD-Politiker Uwe Junge (63).  © Andreas Arnold/dpa

Es sei eine "Schwuchtelbinde", die er da getragen habe, hieß es in einem Kommentar des AfD-Politikers auf Twitter am Samstag. Und das ausgerechnet kurz nach dem fulminanten Sieg der Jungs gegen Portugal (4:2)!

Glückwünsche zum Sieg gab es von dem ehemaligen Fraktionschef der AfD in Rheinland-Pfalz und Oberstleutnant a.D. nicht, aber viel Kritik.

Er schoss scharf gegen die Pläne, beim kommenden Spiel gegen Ungarn die Münchener Arena mit Regenbogenfarben anzustrahlen.

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Hintergrund: Ungarns Regierungschef Viktor Orbán (58) schikaniert Schwule und Lesben regelrecht, verabschiedete erst kürzlich ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Deutschland wollte mit den Farben Toleranz mit der LBGTQ+-Szene ausdrücken.

Jetzt ruderte der 63-jährige AfD-Politiker zurück. Er löschte den scharf diskutierten Beitrag und entschuldigte sich für den Ausdruck "Schwuchtelbinde".

Seine Meinung aber blieb: In einem neuen Tweet schrieb Junge, dass der Regenbogen nichts auf den Trikots der Mannschaft zu suchen habe: "Unsere Farben sind schwarz, rot und gold."

Einsicht geht anders: Uwe Junges "Entschuldigung"

Weidel will Uwe Junge aus Partei werfen, AfD-Anhänger gehen auf die Barrikaden

AfD-Chefin Alice Weidel (42) distanziert sich von Uwe Junge.
AfD-Chefin Alice Weidel (42) distanziert sich von Uwe Junge.  © Kay Nietfeld/dpa

Die Worte des AfD-Politikers sorgten im Netz für viele Diskussionen. Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (58) betonte, dass diese Äußerung zeigen würde, wie intolerant ein Deutschland wäre, wenn die AfD ebenfalls an der Spitze stehen würde.

Klare Kante gab es auch von der AfD-Chefin Alice Weidel (42): Denn die distanzierte sich ebenfalls auf Twitter von Junges Worten.

Weidel schrieb, dass sich Uwe Junge "die Partei demnächst von außen anschauen darf". Zugleich gratulierte sie der Deutschen Nationalmannschaft zum wohlverdienten 4:2-Sieg.

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Kurz darauf brach das Drama in der Kommentarspalte aus. Fans der AfD gingen plötzlich auf Weidel los.

Junge habe recht, hieß es da, zudem würde Weidel maßlos übertreiben. Mehr noch: Uwe Junge würde genau die Meinung der AfD repräsentieren!

AfD-Chefin Alice Weidel distanziert sich klar von Junges Worten!

Auf die Äußerungen ging die 42-Jährige nicht weiter ein. Uwe Junge hingegen schoss auf Twitter gegen Weidel und teilte einen Artikel, der die Worte der AfD-Vorsitzenden scharf kritisierte.

Zugleich äußerte er Freude, dass die UEFA wegen Neuers Kapitänsbinde kurzzeitig gegen den DFB ermittelte. Von einem Rücktrittsgesuch keine Spur. Und die Ermittlungen der UEFA wurden bereits nach wenigen Stunden wieder eingestellt - es gibt keine Sanktionen für den DFB.

Titelfoto: Bildmontage: Kay Nietfeld/dpa, Andreas Arnold/dpa

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