Masken nutzlos? AfD-Fraktion stellt Ergebnis von dänischer Studie völlig falsch dar

München - Die AfD-Fraktion in Bayern hat den Nutzen von Masken in der Corona-Pandemie bestritten und sich dabei auf eine Studie aus Dänemark bezogen. Die zitierten Forscher sehen das aber ganz anders.

Auch die Autoren der Masken-Studie widersprechen der Auslegung der AfD-Fraktion. (Symbolbild)
Auch die Autoren der Masken-Studie widersprechen der Auslegung der AfD-Fraktion. (Symbolbild)  © Matthias Balk/dpa

BEHAUPTUNG: "Bahnbrechende dänische Studie: Masken sind gegen Corona nutzlos", heißt es am Montag in einem Facebook-Post der AfD-Fraktion.

BEWERTUNG: Falsch.

FAKTEN: Die dänischen Forscher untersuchten lediglich, inwieweit Masken die Träger selbst schützen - und nicht, wie sich eine Mund-Nasen-Bedeckung auf Kontaktpersonen auswirkt.

Diesen wichtigen Unterschied unterschlägt die AfD-Fraktion!

Für die am 18. November veröffentlichten Studie wurden im Frühjahr einige Tausend Probanden in Dänemark in etwa zwei gleich große Gruppen geteilt. Über vier Wochen sollten die einen, wenn sie das Haus verließen, eine chirurgische Maske tragen, die anderen keine.

Seinerzeit war es in dem EU-Land unüblich, Mund-Nasen-Bedeckungen unter freiem Himmel zu tragen - so, "dass die Studienteilnehmer überwiegend Menschen ohne Maske begegneten", heißt es in dem Papier.

Facebook-Post der bayerischen AfD-Fraktion

Dänische Studie fälschlicherweise als Beweis für die Nutzlosigkeit von Masken herangezogen

Laut WHO und CDC schützen Maske sowohl andere als auch den Träger selbst vor einer Infektion. (Symbolbild)
Laut WHO und CDC schützen Maske sowohl andere als auch den Träger selbst vor einer Infektion. (Symbolbild)  © Christoph Schmidt/dpa

Bei dem Experiment infizierten sich mit dem Coronavirus 1,8 Prozent derjenigen, die die Maske trugen; 2,1 Prozent waren es in der Gruppe, die sie nicht aufsetzte.

Die dänischen Forscher hatten eigentlich damit gerechnet, dass ein Mundschutz das Infektionsrisiko halbieren würde. Das konnte nicht bestätigt werden. Vielmehr habe es keinen statistisch signifikanten Unterschied in der Infektionsrate zwischen beiden Gruppen gegeben.

In sozialen Medien erhielt die Studie daher massive Aufmerksamkeit. Häufig wurde sie als Beweis für die Nutzlosigkeit von Masken im Kampf gegen das Coronavirus herangezogen.

Doch solch einer Auslegung widersprechen sogar die Autoren: Die Ergebnisse könnten nicht dazu verwendet werden, "die weit verbreitete Verwendung von Masken (...) als wirksames Mittel zur Reduzierung von Sars-CoV-2-Infektionen in Frage zu stellen", heißt es in ihrer Pressemitteilung - unter anderem weil die Wirkung auf Kontaktpersonen nicht untersucht wurde.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommen in ihren Auswertungen zahlreicher wissenschaftlicher Studien über dieses Thema zu dem Schluss: Eine Maske schütze nicht nur andere vor Ansteckung, sondern womöglich sogar die Träger.

Mund-Nasen-Bedeckungen könnten künftige Lockdowns vermeiden, so die CDC - insbesondere in Kombination mit Abstand halten, Hygieneregeln und Belüftung. Auch die WHO fordert, neben dem Maskentragen weitere Maßnahmen gegen eine Virenübertragung zu ergreifen.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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