Nach AfD-Nominierung von Otte: Maaßen tritt aus Werte-Union aus

Suhl - Der frühere Bundesverfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen (59, CDU) hat nach eigenen Angaben seinen Austritt aus der Werte-Union erklärt.

Hans-Georg Maaßen (59, CDU) kann sich nicht damit anfreunden, dass sich Unionsmitglied Max Otte von der AfD als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten aufstellen lässt.
Hans-Georg Maaßen (59, CDU) kann sich nicht damit anfreunden, dass sich Unionsmitglied Max Otte von der AfD als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten aufstellen lässt.  © Kay Nietfeld/dpa

Grund sei, dass der Chef der Werte-Union, Max Otte (57), als AfD-Kandidat bei der Wahl des Bundespräsidenten antreten wolle, wie Maaßen am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

"Es ist nicht akzeptabel, dass sich ein Unionsmitglied als Bundespräsidentenkandidat von der AfD aufstellen lässt", sagte Maaßen. Zuvor hatte er seinen Schritt auf der Plattform Gettr bekannt gemacht. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

Er sei dafür, gegenüber der AfD "klare Kante" zu zeigen, das habe er auch im Wahlkampf so vertreten, betonte der 59-Jährige. "Ich empfinde dieses Agieren als Verrat an den Mitgliedern der Werte-Union."

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Maaßen hatte seine Mitgliedschaft in der erzkonservativen Werte-Union bereits seit Monaten ruhen lassen. Nun habe er per WhatsApp mitgeteilt, auszutreten. Seine Austrittserklärung wolle er am Mittwoch auch per Post auf den Weg bringen, erklärte Maaßen.

Maaßen war in der Vergangenheit selbst eine zu geringe Distanz zur AfD vorgeworfen worden. Im Bundestagswahlkampf gab er das Ziel aus, der AfD Stimmen abjagen zu wollen.

Max Otte (57) hat kein Problem damit, sich als Chef der Werte-Union von der AfD für die Wahl zum nächsten Bundespräsidenten aufstellen zu lassen.
Max Otte (57) hat kein Problem damit, sich als Chef der Werte-Union von der AfD für die Wahl zum nächsten Bundespräsidenten aufstellen zu lassen.  © Kay Nietfeld/dpa

Zuvor hatte er sich aber auch unter anderem dafür ausgesprochen, in Thüringen die Wahl eines CDU-Ministerpräsidenten mit Stimmen der AfD in Kauf zu nehmen, um in dem Bundesland die rot-rot-grüne Regierung abzulösen.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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