Wer steht auf AfD-Landesliste für Bundestagswahl? Kreisverbände treffen sich - 250 Gegendemonstranten

Siegen – Gleich zwei Wochenenden hat die AfD in Nordrhein-Westfalen eingeplant, um ihre Landesliste für die Bundestagswahl zu bestimmen. Spitzenkandidat will unter anderem der Landesvorsitzende Rüdiger Lucassen (69) werden.

Welche AfD-Politiker ziehen im Herbst in den Berliner Bundestag ein?
Welche AfD-Politiker ziehen im Herbst in den Berliner Bundestag ein?  © Fabian Sommer/dpa

Die AfD in Nordrhein-Westfalen beginnt an diesem Wochenende mit der Kandidatenwahl für die Landesliste zur Bundestagswahl im Herbst.

Die Liste legt fest, in welcher Reihenfolge die Partei Abgeordnete aus Nordrhein-Westfalen in den Deutschen Bundestag entsendet. Insgesamt 522 Delegierte aus den Kreisverbänden wollen sich dazu am 15. und 16. Mai sowie am 22. und 23. Mai in der Siegerlandhalle in Siegen treffen.

Eine Parteisprecherin ging im Vorfeld davon aus, dass die Liste am Ende etwa 25 Kandidatinnen und Kandidaten umfassen wird. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die AfD in NRW laut Landeswahlleiter 9,4 Prozent der Zweitstimmen erhalten und 15 Abgeordnete in den Bundestag entsandt.

Eine Gruppierung namens "Antifaschistisches Aktionsbündnis Siegen gegen Rechts" will unweit der Siegerlandhalle gegen die AfD-Versammlung demonstrieren. Der Anmelder rechnet laut Polizei mit bis zu 1000 Teilnehmern.

Rüdiger Lucassen als NRW-Spitzenkandidat?

Rüdiger Lucassen (69) will als NRW-Spitzenkandidat kandidieren.
Rüdiger Lucassen (69) will als NRW-Spitzenkandidat kandidieren.  © Henning Kaiser/dpa

Für Platz eins der AfD-Landesliste und damit als NRW-Spitzenkandidat will unter anderem der AfD-Landesvorsitzende Rüdiger Lucassen kandidieren.

Bis Sonntagabend will die Landespartei die ersten neun Plätze bestimmt haben, die übrigen dann am zweiten Wochenende. Bis Freitag gab es laut einer Parteisprecherin mehr als 30 Bewerber für die Landesliste.

Um den Versammlungsort, die Siegerlandhalle, hatte es im Vorfeld ein juristisches Tauziehen gegeben. Mit ihrem Versuch, der AfD die Nutzung der Halle zu verweigern, war die Stadt Siegen am Ende vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster gescheitert.

Das Gericht hatte vor allem den Gleichbehandlungsanspruch der Partei betont, da andere Parteien die Halle in der Vergangenheit für Veranstaltungen ebenfalls bekommen hatten.

Update, 15. Mai, 11.55 Uhr: AfD-Landeswahlversammlung beginnt - 250 Gegendemonstranten

Nahe der Siegerlandhalle, wo sich rund 500 Delegierte treffen, demonstrierten laut Polizei kurz nach Beginn der Landeswahlversammlung AfD rund 250 Menschen gegen die Veranstaltung.

Die Demo gegen die AfD verlief laut Polizei zunächst ohne Zwischenfälle. In der Spitze seien rund 250 Teilnehmer vor Ort gewesen, so ein Sprecher.

Am späten Vormittag wurden es bereits deutlich weniger. Die Demonstration war bis 12 Uhr angemeldet.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

Mehr zum Thema AfD:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0