Thüringens Grünen-Chefin fordert, Impfreihenfolge aufzuheben

Erfurt - Weil der Corona-Impfstoff knapp ist, können sich bislang nur bestimmte Bevölkerungsgruppen impfen lassen. So sieht es die Bundesimpfverordnung vor. Grünen-Fraktionschefin Astrid Rothe-Beinlich (47) fordert nun ein Umdenken.

Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Astrid Rothe-Beinlic (47), spricht beim Sonderplenum des Thüringer Landtags. Sie fordert die aktuelle Impfreihenfolge aufzuheben.
Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Astrid Rothe-Beinlic (47), spricht beim Sonderplenum des Thüringer Landtags. Sie fordert die aktuelle Impfreihenfolge aufzuheben.  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Die 47-Jährige hat sich dafür ausgesprochen, die Impfpriorisierung aufzugeben und auch jüngere Menschen gegen das Coronavirus zu impfen. Es sei richtig gewesen, zuerst die Älteren zu schützen, sagte Rothe-Beinlich der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Jetzt muss es aber darum gehen, auch in die Breite zu impfen."

Es habe sich gezeigt, dass die Corona-Mutationen vor allem auch Kinder ansteckten und damit auch deren Eltern stärker gefährdet würden. "Deshalb müssen wir jetzt neu nachdenken und auch mobile Gruppen impfen", so die Grünen-Politikerin. Gemeint seien alle Menschen, die noch mobil sind, arbeiten gehen und viel unterwegs seien.

Ob für eine gewisse Zeit auf Zweitimpfungen verzichtet werden sollte, um schneller mehr Menschen den Schutz einer ersten Impfung zu geben, wie es unter anderem der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58) fordert, wollte Rothe-Beinlich zunächst nicht kommentieren. "Ich finde, das sollte nicht politisch entschieden werden. Das müssen Mediziner beurteilen", teilte sie mit.

In Thüringen werden derzeit hauptsächlich Menschen aus den Prioritätsgruppen eins und zwei geimpft. Dazu zählen unter anderem Menschen über 80 und mit bestimmten Vorerkrankungen sowie beispielsweise Grundschullehrer und Erzieher.

In einigen Landkreisen mit besonders hoher Inzidenz werden auch schon Menschen der Priorisierungsgruppe 3 geimpft.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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