FDP-Chef über Friedrich Merz als Kanzlerkandidaten: "Fettnäpfchen-Suchmaschine"

Stuttgart - Baden-Württembergs FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke (59) hält es für die Liberalen für ungefährlich, wenn die CDU den eher wirtschaftsliberalen Friedrich Merz (65) zum Parteichef wählen sollte.

Wird Friedrich Merz am 16. Januar neue CDU-Parteichef?
Wird Friedrich Merz am 16. Januar neue CDU-Parteichef?  © Sebastian Gollnow/dpa

"Ich glaube, dass das für uns eine relativ günstige Variante wäre", sagte das FDP-Präsidiumsmitglied der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. "Merz hat etwas von einer Fettnäpfchensuchmaschine."

Der CDU-Politiker überstehe kaum ein Interview ohne missverständliche Aussagen, die ihm anschließend auf die Füße fielen. "Wenn man das dann noch in der Funktion eines Kanzlerkandidaten macht, kann ich mir vorstellen, wie schnell die Umfragewerte steil nach unten absacken."

Die CDU wählt am 16. Januar einen neuen Vorsitzenden.

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Neben Merz treten der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (59) und der Außenexperte Norbert Röttgen (55) an.

Rülke, der die Südwest-FDP als Spitzenkandidat in die Landtagswahl am 14. März führt, verglich Merz mit dem früheren SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz (65). Merz werde "schätzungsweise halb so lang brauchen wie Martin Schulz, um das Haus anzuzünden".

Merz-Kandidatur: Kommt die Jamaika-Koalition?

Schulz hatte der SPD 2017 im Bundestagswahlkampf zuerst ein Umfragehoch beschert, doch dann sackten die Genossen stark ab und fuhren ein historisch schlechtes Ergebnis ein.

Der Vorteil einer Merz-Kanzlerkandidatur könnte aus Sicht von Rülke sein, dass mit einer geschwächten Union wieder eine Jamaika-Koalition ins Spiel komme. "Es kann auch sein, die Grünen bleiben so stark und Friedrich Merz wird Kanzlerkandidat der Union, dann braucht man doch wieder die FDP."

Derzeit käme eine Jamaika-Koalition nicht infrage, weil laut Umfragen CDU/CSU und Grüne zusammen eine satte Mehrheit hätten.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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