Laschet oder Söder? CDU-Präsidium votiert mit breiter Mehrheit für diesen Kanzler-Kandidaten

Berlin - Das CDU-Präsidium hat sich mit breiter Mehrheit hinter eine Kanzlerkandidatur von Parteichef Armin Laschet (60) gestellt.

Volker Bouffier (69) nach der Sitzung des CDU-Präsidiums in Berlin.
Volker Bouffier (69) nach der Sitzung des CDU-Präsidiums in Berlin.  © Michael Kappeler/dpa

Das bestätigte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (69) am Montag nach einer Sitzung des Präsidiums in Berlin.

Das CDU-Präsidium habe Laschet ohne Ausnahme unterstützt, sagte Bouffier. Man habe aber keinen Beschluss gefasst - dies war auch nicht geplant.

Die Vorstellung der CDU-Spitze sei es, eine gemeinsame Lösung mit der CSU in Wochenfrist hinzubekommen.

Bouffier ergänzte mit Blick auf Laschet, das Präsidium habe deutlich gemacht, "dass wir ihn für außergewöhnlich geeignet halten und ihn gebeten, mit Markus Söder jetzt gemeinsam den weiteren Weg zu besprechen, wie wir das machen". Die Herausforderung sei so groß, "dass wir die nur gemeinsam stemmen können", sagte er und nannte die Bewältigung der Pandemie und die Lage in Europa.

"Wir glauben, dass die Union das am besten kann. Aber das kann sie nur dann, wenn CDU und CSU ganz eng beieinander sind und wir das in einem wirklich guten Prozess miteinander dann auch zu Ende bringen." Er sei zuversichtlich, dass dies gelinge.

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (67), mahnte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in der Sitzung ein zügiges und dann einvernehmliches Ergebnis der Debatte an.

Laschet und Söder hatten am Sonntag ihre Bereitschaft zur Kandidatur erklärt

Die Kanzlerkandidatur in der Union entscheidet sich vermutlich zwischen Armin Laschet (60, CDU), Parteichef und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen sowie Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident des Freistaats Bayern.
Die Kanzlerkandidatur in der Union entscheidet sich vermutlich zwischen Armin Laschet (60, CDU), Parteichef und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen sowie Markus Söder (54, CSU), Ministerpräsident des Freistaats Bayern.  © Michael Kappeler/dpa

Im Anschluss an die Präsidiumssitzung wollte Laschet auch im größeren Parteivorstand für Unterstützung werben.

Laschet und Markus Söder (54, CSU) hatten am Sonntag erstmals ihre Bereitschaft zur Kandidatur öffentlich erklärt. Laschet wollte die Öffentlichkeit am frühen Nachmittag über das Ergebnis der Beratungen der CDU-Spitze informieren.

Ursprünglich war geplant, dass sich Generalsekretär Paul Ziemiak (35) den Fragen stellt.

Am Nachmittag wollte auch das CSU-Präsidium über die Frage der Kanzlerkandidatur beraten. Söder hatte seine Kandidatur am Sonntag bei einem gemeinsamen Auftritt mit Laschet vor der Spitze der Unionsfraktion von einer breiten Unterstützung durch die CDU abhängig gemacht.

Der bayerische Ministerpräsident sagte zu, anderenfalls sich einzuordnen und ohne Groll mit Laschet zusammenzuarbeiten.

Update, 15.16 Uhr: Auch CDU-Parteivorstand mit Rückhalt für Armin Laschet

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (78, CDU) attestierte Laschet, dass er alles für eine Kanzlerkandidatur mitbringe
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (78, CDU) attestierte Laschet, dass er alles für eine Kanzlerkandidatur mitbringe  © Michael Kappeler/dpa

Nach dem CDU-Präsidium hat sich auch im größeren Parteivorstand breiter Rückhalt für eine Kanzlerkandidatur von Parteichef Armin Laschet abgezeichnet.

Dies gehe aus den Wortmeldungen in der Diskussion hervor, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Teilnehmerkreisen. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (78) habe Laschet attestiert, er bringe alles mit für die Herausforderungen einer Kanzlerkandidatur.

Der niedersächsische CDU-Chef Bernd Althusmann sprach sich nach diesen Informationen ebenfalls für Laschet aus. Laschet habe eine klare Haltung und ein festes Wertefundament - dies sei jetzt wichtig.

Zugleich betonte Althusmann, die Bilanzen beider Kandidaten - Laschet und CSU-Chef Markus Söder - als Ministerpräsidenten in ihren Ländern seien gut.

Der Chef der Senioren-Union, Otto Wulff, habe dem Bergmannssohn Laschet ein "Glück auf" gewünscht.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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