Söder oder Laschet? Kanzler-Frage in der Union weiter offen

Berlin - Im Unions-Machtkampf über die Kanzlerkandidatur läuft am morgigen Sonntag die von den beiden Rivalen Armin Laschet (60, CDU) und Markus Söder (54, CSU) selbst gesetzte Frist für eine Lösung ab.

CDU-Chef Armin Laschet (60, l.) und CSU-Chef Markus Söder (54) sind Rivalen im Kampf um die Unions-Kanzlerkandidatur.
CDU-Chef Armin Laschet (60, l.) und CSU-Chef Markus Söder (54) sind Rivalen im Kampf um die Unions-Kanzlerkandidatur.  © dpa/Michael Kappeler

Am Samstag hieß es, die beiden Parteichefs seien weiterhin in konstruktiven Gesprächen. Eine Einigung auf einen der beiden als Kanzlerkandidaten war demnach aber noch nicht in Sicht.

Wie lange der Machtpoker noch andauert, war zunächst völlig offen. Offenbar war bislang keiner der beiden zum Rückzug bereit. Mehrere Unions-Spitzenpolitiker forderten eine rasche Lösung.

Sachsens Ministerpräsident und CDU-Landeschef Michael Kretschmer (45) sagte am Sonnabend auf einem Parteitag der sächsischen CDU in Dresden, die Entscheidung müsse jetzt zügig getroffen werden, "in Stunden".

Solange man sie nicht treffe, werde über nichts anderes gesprochen. Diese Personalie sei wichtig für die Zukunft Europas, deshalb sei es wichtig, sie richtig auszusuchen.

Kretschmer gab aber keine Präferenz für einen der beiden Kandidaten ab, weder für Laschet noch für Söder.

Friedrich Merz zum Direktkandidaten gewählt

Friedrich Merz (65) wurde in einem Fußballstadion im sauerländischen Arnsberg zum CDU-Direktkandidaten gewählt.
Friedrich Merz (65) wurde in einem Fußballstadion im sauerländischen Arnsberg zum CDU-Direktkandidaten gewählt.  © DPA/Jonas Güttler

Der frühere Unions-Fraktionschef Friedrich (65) Merz ist von der CDU im Hochsauerlandkreis in einer Kampfabstimmung zum Kandidaten für die Bundestagswahl gewählt worden.

Eine Aufstellungsversammlung unter freiem Himmel in einem Fußballstadion im sauerländischen Arnsberg bestimmte Merz zum CDU-Direktkandidaten im Wahlkreis 147. Das Nachsehen hatte der aktuelle CDU-Abgeordnete Patrick Sensburg (49). Merz erhielt 327 Stimmen, Sensburg 126 Stimmen.

Die beiden hatten zuvor in jeweils über 20-minütigen Reden um die Zustimmung der Delegierten geworben. Während Sensburg vor allem auf seine Tätigkeit für den Wahlkreis in den vergangenen knapp zwölf Jahren verwies, kritisierte Merz den Zustand seiner Partei.

Er versprach den Delegierten, keinen "bequemen und angepassten Abgeordneten" zu bekommen.

Titelfoto: Montage: dpa/Michael Kappeler

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