Nach Abbruch eines Live-Interviews: CDU-Störenfried soll sich beim SWR entschuldigen

Mannheim - Dem Mannheimer CDU-Stadtrat Thomas Hornung, der auf einem Kreisparteitag eine Live-Schalte des SWR gestört hat, bläst jetzt auch Wind von der eigenen Fraktion entgegen.

SWR-Reporterin Natalie Akbari wurde in einer Live-Schalte von Stadtrat Thomas Hornung (CDU) bedrängt. Die Schalte wurde schließlich abgebrochen.
SWR-Reporterin Natalie Akbari wurde in einer Live-Schalte von Stadtrat Thomas Hornung (CDU) bedrängt. Die Schalte wurde schließlich abgebrochen.  © Screenshot YouTube/SWR

Die Fraktion erklärte, sie bedaure, dass eine Journalistin in ihrer Arbeit behindert worden sei. Sie bitte ihr Mitglied, sich für den Vorgang zu entschuldigen.

Diesem Wunsch ist Hornung nicht nachgekommen. Am Mittwoch verwies er nur auf seine Facebook-Seite, auf der keine Rede von einer Entschuldigung beim SWR und seiner Mitarbeiterin war.

Auch beim SWR war eine Entschuldigung des Ex-Büroleiters des wegen der Maskenaffäre zurückgetretenen Mannheimer CDU-Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel nicht bekannt.

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Hornung hatte beim Kreisparteitag der Mannheimer CDU am Freitagabend ein Live-Interview mit einem parteiinternen Kritiker gestört und schließlich den Abbruch bewirkt.

In der Übertragung ging es um die Debatte zur Verstrickung der Kreis-CDU in die Geschäfte Löbels. Der SWR nannte Hornungs Verhalten "fragwürdig".

Was passiert, wenn Hornung der Fraktionsbitte nicht nachkommt?

Auf Facebook räumte Hornung ein, dass Schaden entstanden sei. Für den neu gewählten CDU-Kreisvorstand sei dies eine Bürde. "Und auch meine Fraktion im Mannheimer Gemeinderat ist, gleichwohl völlig unbeteiligt, in den Fokus geraten. Die Folgen für Partei und Fraktion tun mir leid", sagte der Journalist.

Welche Konsequenzen es haben könne, wenn Hornung die Bitte der Fraktion nicht erfülle, wurde nicht bekannt.

Seine Fraktionskollegen mahnten, "dass für uns die freie Arbeit der Presse ein besonders hohes Gut ist, weshalb wir den Vorgang auch klar missbilligen." Hornung unterstrich hingegen, er achte die Pressefreiheit.

Das heiße aber nicht, "dass man sich alles herausnehmen kann und gegen journalistische Regeln und Gepflogenheiten eine Veranstaltung stört".

Titelfoto: Screenshot YouTube/SWR

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