NRW-Innenminister Reul: Wahl von Merz zum CDU-Chef würde Grünen nutzen

Düsseldorf - Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (68, CDU) befürchtet, dass die CDU bei einer Wahl von Friedrich Merz zum Parteivorsitzenden ihre Mehrheitsfähigkeit verlieren würde.

Die drei Kandidaten für den Bundesvorsitz der CDU, Armin Laschet (M), Friedrich Merz (r) und Norbert Röttgen (l).
Die drei Kandidaten für den Bundesvorsitz der CDU, Armin Laschet (M), Friedrich Merz (r) und Norbert Röttgen (l).  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

"Es reicht nicht, wenn die Kerntruppe der CDU klatscht, aber die Wähler uns nicht mehr wollen", sagte Reul dem Kölner Stadt-Anzeiger (Samstag).

"Ich befürchte, dass eine Wahl von Friedrich Merz zum Parteivorsitzenden den Grünen Wähler zutreiben würde, die bislang die Merkel-CDU gewählt haben. Daran können wir kein Interesse haben", zitierte die Zeitung den CDU-Politiker.

Merz polarisiere und stehe "nur für eine Denke", sagte Reul demnach.

Die CDU werde aber nicht gewinnen, "wenn sie nur für eine Richtung steht."

Im Januar will die Bundes-CDU einen neuen Vorsitzenden wählen.

Neben dem früheren Unionsfraktionschef Merz kandidieren auch der Außenpolitiker Norbert Röttgen und NRW-Regierungschef Armin Laschet.

Armin Laschet über einen CSU-Kanzler

Herbert Reul (68, CDU) ist NRW-Innenminister unter seinem Ministerpräsidenten Armin Laschet.
Herbert Reul (68, CDU) ist NRW-Innenminister unter seinem Ministerpräsidenten Armin Laschet.  © Federico Gambarini/dpa

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) schließt den CSU-Chef als gemeinsamen Unions-Kanzlerkandidaten nicht grundsätzlich aus. Dies hatte er am Freitag gesagt.

"Wir werden das zusammen erörtern", sagte Laschet am Freitag bei der Vorstellung einer Neuauflage einer Biografie über den aktuellen CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (53).

"Und ich finde, ein CDU-Vorsitzender sollte auch den Respekt vor der Schwesterpartei aufbringen, dass man sagt, prinzipiell: Es ist beides denkbar. Die beiden Präsidien zusammen werden einen Vorschlag machen. So war das immer in den letzten Jahren", sagte Laschet.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

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