Union schmiert ab - Grüne gewinnen massiv an Fahrt und ziehen fast gleich!

Berlin - Die Umfragewerte der Union legen aktuell einen Sturzflug hin, der sich gewaschen hat. Im Sonntagstrend kamen CDU/CSU nur noch auf 25 Prozent der Stimmen. Damit haben die Parteien, die glaubten, den kommenden Kanzler nur noch zwischen sich auswürfeln zu müssen, in den vergangen sieben Wochen elf Prozent ihrer Unterstützer verloren.

Armin Laschet (60, CDU, l.) ist gewählter Parteivorstand. Die Wähler würden sich jedoch Markus Söder (54, CSU) als Kanzler wünschen.
Armin Laschet (60, CDU, l.) ist gewählter Parteivorstand. Die Wähler würden sich jedoch Markus Söder (54, CSU) als Kanzler wünschen.  © dpa/Guido Kirchner

"Die Lage ist sehr ernst. Die Corona-Zahlen steigen und die Unionswerte fallen", so Markus Söder (54, CSU) zur BamS. "Es kommt Wechselstimmung im Land auf. Es gibt kein Abo der Union mehr auf die Kanzlerschaft." Die Union müsse jetzt zeigen, "dass sie noch Kraft und Ideen hat, und nicht erschöpft und ausgelaugt ist. Es braucht jetzt Aufbruch."

Für einen Aufbruch muss allerdings auch eine klare Führungsfigur her. Die soll nach Wunsch der Befragten Markus Söder heißen. 43 Prozent der Befragten wollen ihn als Kanzlerkandidaten haben. Damit liegt er weiterhin mit großem Vorsprung vor CDU-Chef Armin Laschet (60), der gerade einmal 18 Prozent hinter sich vereinen kann.

Ein Fakt, der noch nicht bei allen Führungskräften der CDU angekommen zu sein scheint. "Die Union will nicht jetzt Umfragen gewinnen, sondern im Herbst die Bundestagswahl – dafür ist Armin Laschet als Mann der Mitte mit dem Blick nach vorne genau der Richtige", so Vize Thomas Strobl (61) zur Stuttgarter Zeitung.

Gros der Deutschen rechnen Spahn und von der Leyen Impf-Debakel an

Die Bevölkerung rechnet es vor allem Jens Spahn (40, CDU, l.) und Ursula von der Leyen (62, CDU) an, dass es zum Impf-Debakel kam.
Die Bevölkerung rechnet es vor allem Jens Spahn (40, CDU, l.) und Ursula von der Leyen (62, CDU) an, dass es zum Impf-Debakel kam.  © dpa/Michael Kappeler

Grund zur Freude gibt es derweil bei den Grünen. Mit 23 Prozent schickt die Partei sich an, bald mit CDU/CSU gleichzuziehen oder sogar die neue stärkste Kraft im Land zu werden.

Es folgen abgeschlagen: SPD 17, FDP und AfD 10 sowie Linke 9 Prozent.

Derweil haben die Deutschen in einer Umfrage für die Welt am Sonntag Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (62, CDU) als Hauptverantwortliche für das Impf-Debakel ausgemacht. 29 Prozent rechnen es Spahn an, 26 Prozent geben von der Leyen die Schuld.

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14 Prozent stimmten für Angela Merkel (66, CDU), 15 für "keiner der drei".

Kommentar: Union ist träge wie ein Tanker

Von Paul Hoffmann

Das Votum ist eindeutig - seit Wochen! In der Frage, wer Kanzlerkandidat der Union werden soll, haben sich die Deutschen klar auf Markus Söder festgelegt. Der bieder und gerne auch mal dünnhäutig auftretende Armin Laschet kommt nicht an bei der Bevölkerung.

TAG24-Redakteur Paul Hoffmann vertritt eine klare Meinung: Die CDU ist ihm in der aktuellen Lage zu träge.
TAG24-Redakteur Paul Hoffmann vertritt eine klare Meinung: Die CDU ist ihm in der aktuellen Lage zu träge.  © Petra Hornig

Doch die Partei-Eliten, die Laschet schon in das Amt des Vorsitzenden der CDU gehievt hatten, scheinen das noch immer nicht zu begreifen bzw. wahrhaben zu wollen.

Wenn es nach Masken-Debakel, Impf-Debakel, Test-Debakel usw. immer noch solche gibt, die behaupten, dass die aktuellen Umfragen nicht relevant seien, ist der Partei nicht mehr zu helfen.

Die Union im Jahr 2021 ist träge wie ein Tanker. Es hat den Anschein, als wäre der eigene Posten, auf dem man es sich in der Ära Merkel schön gemütlich machen konnte, wichtiger als das Wohl der Partei.

Doch ohne Veränderungen wird die CDU/CSU untergehen und schon bald ein Grüner das Ruder übernehmen.

Titelfoto: dpa/Guido Kirchner

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