Wahl zum CDU-Chef: Laschet neuer Parteivorsitzender!

Düsseldorf/Berlin – Am Samstag fallen beim CDU-Bundesparteitag Personal-Entscheidungen mit großer Tragweite. Diese werden nicht nur für die Landespolitik in Nordrhein-Westfalen maßgeblichen Auswirkungen haben.

Die drei Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz Friedrich Merz (65, l), Armin Laschet (59, M) und Norbert Röttgen (55).
Die drei Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz Friedrich Merz (65, l), Armin Laschet (59, M) und Norbert Röttgen (55).  © Michael Kappeler/dpa

Ministerpräsident Armin Laschet (59) bewirbt sich als Nachfolger der scheidenden Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer (58).

Mit Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz (65) und dem Außenpolitiker Norbert Röttgen (55) treten neben ihm zwei weitere Christdemokraten aus NRW zur Wahl an.

Der CDU-Bundesvorsitzende ist durch sein Spitzenamt aussichtsreicher Anwärter auch für die Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl am 26. September. Die Union könnte die Kanzlerkandidatur allerdings auch der CSU antragen.

In den vergangenen Monaten lag bei Umfragen zu diesem Thema regelmäßig der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Markus Söder (54) vorne. Söder selbst hat allerdings bisher öffentlich keine Ambitionen auf das Kanzleramt deutlich gemacht.

Sollten jedoch beide Positionen Laschet zufallen, gilt es als wahrscheinlich, dass er aus der Position des Ministerpräsidenten in den Bundestagswahlkampf gehen würde. So hatte es 1987 etwa der frühere NRW-Regierungschef Johannes Rau (†75, SPD) gehandhabt oder auch 2002 Bayerns damaliger Ministerpräsident Edmund Stoiber (79, CSU).

CDU-Bundesparteitag: Für Armin Laschet steht viel auf dem Spiel

Für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59, r) steht bei der Wahl zum CDU-Bundesvorsitz viel auf dem Spiel.
Für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59, r) steht bei der Wahl zum CDU-Bundesvorsitz viel auf dem Spiel.  © Federico Gambarini/dpa

In der Landespolitik müssten die Regierungsgeschäfte der schwarz-gelben Koalition infolgedessen breiter verteilt werden.

Schon nach einer Wahl zum Bundesparteichef wäre Laschet zunächst gleichzeitig in drei Spitzenfunktionen in der Verantwortung, denn der 59-jährige Aachener ist auch Chef der NRW-CDU.

Aus Sicht des Düsseldorfer Politikwissenschaftlers Stefan Marschall zieht Laschet mit dem höchsten Risiko aller Kandidaten in den Wettbewerb.

Sollte Laschet scheitern, kehrte er "als angeschlagener und geschwächter Politiker zurück ins Land" mit verschlechterten Chancen, im Bundestagswahlkampf 2021 und im Landtagswahlkampf 2022 noch überzeugend zu mobilisieren, analysierte der Politik-Professor.

Als erste Partei in Deutschland wird die CDU ihren Vorsitzenden am Samstagvormittag online bestimmen. Es wird damit gerechnet, dass keiner der Kandidaten schon im ersten Wahlgang die dann nötige absolute Mehrheit erhält, sondern direkt im Anschluss ein zweiter Wahlgang nötig wird. Im zweiten Wahlgang reicht die einfache Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen.

Um die "digitale Vorauswahl" rechtssicher zu machen, schließt sich nach Samstag eine Briefwahl an. Deren Ergebnis soll am 22. Januar feststehen und verkündet werden.

Update, 11.20 Uhr: Merz und Laschet in Stichwahl um CDU-Vorsitz, Röttgen raus

Im Kampf um den CDU-Vorsitz gibt es auf dem digitalen Parteitag eine Stichwahl zwischen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Im ersten Wahlgang bekam am Samstag keiner der drei Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit - der Außenpolitiker Norbert Röttgen belegte den dritten Platz und ist damit aus dem Rennen.

Update, 11.35 Uhr: Laschet soll Kramp-Karrenbauer an CDU-Spitze ablösen

Der neue Parteivorsitzende Armin Laschet (M.) nimmt die Glückwünsche seiner Vorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer entgegen. Rechts der unterlegene Kandidat Friedrich Merz.
Der neue Parteivorsitzende Armin Laschet (M.) nimmt die Glückwünsche seiner Vorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer entgegen. Rechts der unterlegene Kandidat Friedrich Merz.  © dpa/Michael Kappeler

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet soll als Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer neuer CDU-Chef werden. Der 59-Jährige setzte sich am Samstag auf dem digitalen CDU-Parteitag in einer Stichwahl gegen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz durch.

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Titelfoto: dpa/Michael Kappeler

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