Wird der CDU-Sonderparteitag jetzt wegen eines Teilnehmers zu viel abgesagt?

Berlin - Die Fußball-Fans zittern vor dem Coronavirus. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39) hatte am Sonntag die Empfehlung ausgesprochen, Großveranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern abzusagen.

Annegret Kramp-Karrenbauer (57, CDU) spricht mit Parteikollege Jens Spahn (39, CDU) vor Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
Annegret Kramp-Karrenbauer (57, CDU) spricht mit Parteikollege Jens Spahn (39, CDU) vor Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.  © Michael Kappeler/dpa

"Seit vorletzter Woche Mittwoch ist das #Coronavirus in Deutschland. Unser oberstes Ziel ist es, seine Ausbreitung zu verlangsamen. Denn je langsamer sich das Virus verbreitet, desto besser kann unser Gesundheitssystem damit umgehen", schrieb Spahn auf Twitter.

"Ein wichtiger Aspekt dabei sind Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Sie werden aus meiner Sicht immer noch zu zaghaft abgesagt. Angesichts der dynamischen Entwicklung der letzten Tage sollte das schnell geändert werden."

Die Zahl der Erkrankten steigt immer weiter. Mittlerweile sind bereits 1112 mit dem Virus infiziert (Stand Montagvormittag).

Trifft sein Vorschlag nun auch die eigene Partei? Am 25. April will die CDU auf ihrem Sonderparteitag in Berlin die Weichen für die Zukunft stellen. Unter anderem wird der Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer (57) als CDU-Vorsitzende gewählt.

Auf die 1001 Delegierten liegt schon jetzt ein gewisser Druck. Sie wählen nicht nur den CDU-Vorsitz, sondern gleichzeitig auch ihren Kanzlerkandidaten für die nächste Bundestagswahl 2021. Wer die CDU anführt, hat gute Chancen, Angela Merkel (65) als Kanzlerin zu beerben - trotz der jüngsten Erfahrung mit Annegret Kramp-Karrenbauer.

Doch genau hier liegt das Problem: Mit 1001 Teilnehmern ist die Veranstaltung um genau eine Person zu groß. Folgen die Konservativen dem Vorschlag des Gesundheitsministers müsste der Sonderparteitag eigentlich abgesagt werden. Trotz des Appells hält die CDU aber an ihren Planungen fest, wie "Finanzen.net" berichtet.

Demnach plane die Partei in enger Abstimmung mit den zuständigen Berliner Gesundheitsbehörden, ob der Parteitag dann wirklich stattfinden wird.

Bislang haben sich 16 Bewerber für die AKK-Nachfolge gemeldet. Neben Außenpolitiker Norbert Röttgen (54), NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59) und Friedrich Merz (64) haben erst drei Politiker ihre Kandidatur öffentlich gemacht. 

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