Schäuble und Brinkhaus wollen K-Frage noch in der Nacht klären!

Berlin - Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (78) und Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (52) haben sich für eine rasche Entscheidung im Machtkampf zwischen CDU-Chef Armin Laschet (60) und CSU-Chef Markus Söder (54) um die Kanzlerkandidatur ausgesprochen.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (78, CDU) und Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (52).
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (78, CDU) und Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (52).  © Montage: dpa/Michael Kappeler (2)

Schäuble machte am Montagabend nach Angaben aus Teilnehmerkreisen erneut seine Unterstützung für Laschet deutlich. An seinem Standpunkt habe sich nichts geändert, sagte Schäuble demnach in den digitalen Beratungen des CDU-Vorstands über die K-Frage der Union.

Die vergangene Woche habe nicht genützt, sondern geschadet. Dies habe daran gelegen, dass die CDU in der vergangenen Woche angenommen habe, die CSU werde sich an ihre Zusage halten, sagte Schäuble demnach.

Er rate dringend dazu, noch in der seit 18 Uhr laufenden Sitzung zu entscheiden. Brinkhaus betonte demnach, gebraucht werde keine Hängepartie, sondern eine schnelle Entscheidung.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (69) unterstützte Laschet ebenfalls. Er warb nach Angaben aus Teilnehmerkreisen dafür, dass alle Führungsverantwortung wahrnähmen. Man habe noch nie eine derart intensive Debatte über die Haltung der Basis gehabt.

Die Arbeit gehe weiter. Es müssten alle mitgenommen werden, sagte er demnach.

Söder: "Ich respektiere jede Entscheidung"

Markus Söder (54, CSU, hinten), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, neben Armin Laschet (60), CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
Markus Söder (54, CSU, hinten), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, neben Armin Laschet (60), CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.  © dpa/Michael Kappeler

Bei den Beratungen lief es demnach am späten Abend auf eine Abstimmung noch in der Nacht heraus. Auch Laschet hatte sich dafür ausgesprochen.

Mit Spannung wurde erwartet, wie klar eine Zustimmung für den CDU-Vorsitzenden als Kanzlerkandidaten ausfallen würde. Söder hatte die Entscheidung am Montag in die Hand der Schwesterpartei gelegt.

Die CDU entscheide jetzt "souverän", sagte er in München nach einer CSU-Präsidiumssitzung. "Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung."

Update, 20. April, 0.03 Uhr: Abstimmung offenbar unmöglich

Da eine anonyme Abstimmung einem Bild-Live-Bericht zufolge nicht 100-prozentig technisch möglich sei, beraten sich die Teilnehmer der spätabendlichen Sondersitzung über das weitere Vorgehen.

Demnach sei es möglich, dass Systemadministratoren einsehen könnten, welcher Stimmberechtigte für welchen Kandidaten abstimmt.

Weiter erwägen die Politiker, sich am Dienstag bei einer Präsenzveranstaltung zu treffen und dort über die Kanzlerkandidatur zu entscheiden.

Update, 20. April, 0.30 Uhr: Abstimmungen doch möglich

Wie Bild-Live weiter berichtet, entschieden sich die Teilnehmer des Präsidiums in einer ersten Abstimmung gegen eine Kanzlerkandidaten-Abstimmung unter Teilnahme der CDU-Kreisvorsitzenden.

Offenbar konnten die technischen und rechtlichen Hürden für die Online-Abstimmungen nach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung genommen werden. Ob noch in der Nacht die K-Frage geklärt wird, blieb zunächst unklar.

Update, 20. April, 0.33 Uhr: 77,5 Prozent für Laschet

Im Livestream wird weiter berichtet, dass bei einer zweiten Abstimmung 67 Prozent der Sitzungsteilnehmer für Armin Laschet sind. Er bekam 31 Stimmen, 9 entfielen auf Markus Söder, 6 Enthaltungen.

Mehr dazu gibt's im TAG24-Artikel Machtkampf beendet: Laschet soll Unions-Kanzlerkandidat werden!

Titelfoto: Montage: dpa/Michael Kappeler (3)

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