Abzug von US-Soldaten laut Söder "kein großer Vertrauensbeweis"

München - Die Debatte um einen möglichen Abzug von US-Streitkräften aus Deutschland beunruhigt CSU-Chef Markus Söder (53) sehr. 

US-Soldaten in Deutschland stehen während einer militärischen Zeremonie vor einer US-Flagge. (Archiv)
US-Soldaten in Deutschland stehen während einer militärischen Zeremonie vor einer US-Flagge. (Archiv)  © Nicolas Armer/dpa

Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre dies "sehr, sehr schade und kein großer Vertrauensbeweis für die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA", sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag im Podcast "Morning Briefing" des Journalisten Gabor Steingart. 

Angesichts der gemeinsamen Werte und Vergangenheit sowie der "eigentlich sehr engen und guten Sicherheitspartnerschaft" wäre es angemessen, wenn beide Seiten über solche Fragen "im Vertrauen sprechen" und Deutschland es nicht über die Medien erfahre.

US-Präsident Donald Trump plant nach Medienberichten einen drastischen Abbau der US-Truppen in Deutschland. So hatte das "Wall Street Journal" unter Bezug auf ungenannte US-Regierungsvertreter berichtet, Trump habe das Pentagon angewiesen, die Präsenz in Deutschland von derzeit 34.500 Soldaten um 9500 zu reduzieren. 

Außerdem solle eine Obergrenze von 25.000 US-Soldaten eingeführt werden, die gleichzeitig in Deutschland anwesend sein könnten. Die Bundesregierung hatte auf die Berichte mit Bedauern und teilweise mit Unverständnis reagiert.

Grafenwöhr-OB glaubt nicht an Truppen-Abzug

Söder betonte, er selbst und auch die Bundesregierung hätten bislang keine offiziellen Informationen zu dem Vorgang. "Es wird viel spekuliert, jetzt warten wir mal ab", sagte er. Über den Abzug von US-Soldaten sei ja immer wieder spekuliert worden, dies würde er sehr bedauern. Eigentlich gebe es ja ein sehr gutes Miteinander.

Der Bürgermeister von Grafenwöhr, Edgar Knobloch (CSU), findet die immer wiederkehrende Diskussion um einen möglichen Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland "ärgerlich". 

Der Kommunalpolitiker geht nicht davon aus, dass US-Präsident Donald Trump seine Drohung wahr macht, die Stützpunkte seiner Armee hierzulande zu verkleinern. Im Gegenteil: "Grafenwöhr gewinnt an Bedeutung."

Titelfoto: Nicolas Armer/dpa

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