Linken-Chefin fordert "konsequenten und solidarischen Lockdown"

Berlin/Frankfurt am Main - In der Debatte um die Corona-Krise, die dritte Infektions-Welle und einen eventuellen weiteren deutschlandweiten harten Lockdown hat sich die Co-Vorsitzende der Partei "Die Linke" mit einer eindeutigen Forderung zu Wort gemeldet.

Die Frankfurterin Janine Wissler (39) wurde im Februar zur Co-Vorsitzenden der Partei "Die Linke" gewählt.
Die Frankfurterin Janine Wissler (39) wurde im Februar zur Co-Vorsitzenden der Partei "Die Linke" gewählt.  © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

Mit ihrem Interview in der ARD-Sendung "Anne Will" am Sonntagabend hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) die Debatte um einen dritten harten Corona-Lockdown in Deutschland vorangetrieben.

Die Co-Vorsitzende der Partei "Die Linke", die hessische Landtagsabgeordnete Janine Wissler (39) aus Frankfurt am Main, hat mit einem Statement am Montag für ihre Partei in dieser Hinsicht eindeutig Position bezogen.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen warnte die 39-Jährige vor dem Aufkommen weiterer Virus-Mutationen, insbesondere vor solchen, die eventuell resistent gegenüber den bisherigen Impfstoffen sein könnten.

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Sie übte scharfe Kritik an dem Hin und Her rund um den gescheiterten Oster-Shutdown wie auch den geplanten Lockdown-Lockerungen in einzelnen Bundesländern.

Es brauche daher "jetzt entschlossene Maßnahmen" um die Infektionszahlen zu senken, erklärte Janine Wissler und forderte: "Wir brauchen einen konsequenten und solidarischen Lockdown."

Janine Wissler will Lockdown auf ganze Wirtschaft ausweiten

Janine Wissler (39), Bundesvorsitzende der Partei "Die Linke", setzt sich ihre FFP2-Maske nach einem Pressestatement auf.
Janine Wissler (39), Bundesvorsitzende der Partei "Die Linke", setzt sich ihre FFP2-Maske nach einem Pressestatement auf.  © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

Damit bezog die Bundesvorsitzende der Linkspartei eine Position, die sie zunächst nahe an die Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel heranrückt.

Die weiteren Ausführungen von Janine Wissler zu ihren Lockdown-Vorstellungen setzen sich jedoch deutlich von der bisherigen Corona-Politik von CDU und SPD ab.

Flächendeckende Ausgangsbeschränkungen, wie sie Merkel ins Spiel brachte, erteilte Wissler eine Absage. Sie halte es für nicht vermittelbar, wenn einerseits die Freizeit der Menschen immer weiter eingeschränkt werde, sie aber weiter jeden Morgen mit dem öffentlichen Nahverkehr zur Arbeit fahren müssten.

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Vielmehr forderte sie, mit weiteren Lockdown-Maßnahmen "bei den Betrieben" anzusetzen.

"Wir brauchen tägliche Tests, und zwar verpflichtend für alle Arbeitgeber", forderte die Co-Vorsitzende der Linkspartei.

Darüber hinaus verlangte sie eine Verpflichtung zum Homeoffice "für alle, die nicht dringend in Präsenz erforderlich sind".

"Solidarische Pausen" bei Aufstockung des Kurzarbeitergeldes gefordert

Bei Infektions-Clustern in Betrieben, sollten diese zwangsweise geschlossen werden. "Das ist möglich nach dem Infektionsschutzgesetz", unterstrich die Linken-Politikerin.

Denn wenn es in einer Firma zu einem Infektions-Cluster komme, so zeige dies, "dass offensichtlich Arbeitsschutzmaßnahmen nicht eingehalten wurden".

Janine Wissler sprach in dieser Hinsicht auch von "solidarischen Pausen" bei Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, mit denen der Lockdown bei Bedarf auf weitere Teile der Wirtschaft ausgedehnt werden solle als bisher.

Titelfoto: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

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