Die Linke: Janine Wissler kandidiert für Bundesvorsitz

Wiesbaden - Hessens Linken-Fraktionschefin Janine Wissler will Bundesvorsitzende ihrer Partei werden. 

Das Foto aus dem Februar zeigt Janine Wissler (39), die Fraktionsvorsitzende der Linken im Hessischen Landtag.
Das Foto aus dem Februar zeigt Janine Wissler (39), die Fraktionsvorsitzende der Linken im Hessischen Landtag.  © Angelika Warmuth/dpa

Das kündigte die 39-Jährige am Freitag in Wiesbaden an. Wissler ist bereits stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei "Die Linke".

"Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich auf dem kommenden Parteitag als Parteivorsitzende kandidieren soll und bin für mich zum Schluss gekommen, dass ich das tun möchte", schrieb sie bei Twitter.

Die bisherige Doppelspitze der Linken, Katja Kipping und Bernd Riexinger, hatte angekündigt, nicht wieder für den Parteivorsitz anzutreten. Die beiden hatten am vergangenen Freitag und Samstag erklärt, dass sie nach mehr als acht Jahren an der Linken-Spitze beim Parteitag in Erfurt Ende Oktober nicht erneut kandidieren werden.

Wissler sprach von einem personellen Umbruch in politisch schwierigen Zeiten. Dafür sei eine starke Linke nötig, die in Gewerkschaften und sozialen Bewegungen verankert ist und innerhalb sowie außerhalb der Parlamente für soziale Gerechtigkeit, ökologischen Umbau, Antirassismus und konsequente Friedenspolitik eintritt.

Der hessische Landesverband unterstütze Janine Wissler bei ihrer Kandidatur und gebe ihr breite Rückendeckung, sagte ein Sprecher. Sollte sie zur Bundesvorsitzenden gewählt werden, habe das zunächst keine Auswirkungen auf ihr Landtagsmandat und den Fraktionsvorsitz in Hessen.

Es wird erwartet, dass sich die 39-Jährige in der kommenden Woche nochmals öffentlich zu ihren Plänen äußern wird.

Nachfolgedebatte bei der Linken: Kandidiert auch Susanne Hennig-Wellsow aus Thüringen?

In der Nachfolgedebatte bei der Linken wurde vor allem eine Doppelspitze mit zwei Frauen diskutiert: Neben Wissler gilt die Fraktionsvorsitzende aus Thüringen, Susanne Hennig-Wellsow, als Anwärterin. Nach dpa-Informationen wird sie ihre Kandidatur erklären.

Beide sind wie Kipping weder dem Flügel der linken Fundamentalisten noch den gemäßigten Reformern zuzurechnen.

Der Rückzug des Spitzenduos Kipping/Riexinger kam nicht überraschend. Laut Satzung soll kein Parteiamt länger als acht Jahre ausgeübt werden. Kipping (42) und Riexinger (64) hatten die Parteiführung 2012 übernommen.

Das neue Spitzenduo wird die Partei in die nächste Bundestagswahl führen, bei der es für die Linke auch um die Frage gehen wird, ob sie bei einer gemeinsamen Mehrheit von SPD, Linken und Grünen zu einer gemeinsamen Regierungsbildung bereit ist.

Titelfoto: Angelika Warmuth/dpa

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