Goethe und Schiller als Requisiten für Linken-Wahlkampf missbraucht

Weimar - In den vergangenen Wochen wurde das Denkmal von Goethe und Schiller auf dem Theaterplatz in Weimar häufig für Wahlkampfzwecke genutzt. Allerdings wurde mit den Standbildern nicht immer respektvoll umgegangen. Aus diesem Grund hat sich Oberbürgermeister Peter Kleine in die Sache eingeschaltet.

Mit der Verkleidung von Goethe und Schiller wollten die Linken auf den Pflegenotstand aufmerksam machen. Die Kleidung nahmen sie den Dichtern allerdings nicht wieder ab.
Mit der Verkleidung von Goethe und Schiller wollten die Linken auf den Pflegenotstand aufmerksam machen. Die Kleidung nahmen sie den Dichtern allerdings nicht wieder ab.  © Michael Reichel/dpa

Vor allem vor Wahlkämpfen rücken Goethe und Schiller in den Fokus von Parteien und Gruppen, denn der Raum auf dem Theaterplatz dient in Wahlzeiten, aber auch danach, als Ort für Kundegebungen und politische Botschaften.

"Das ist völlig in Ordnung, und es ist gut, wenn der Theaterplatz seine zentrale Funktion im urbanen Leben der Stadt erfüllt", erklärte Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (48, parteilos) in einer Pressemitteilung der Stadt.

Womit sich der Kommunalpolitiker allerdings nicht anfreunden kann ist, wenn die beiden deutschen Dichter als Objekte und Kleiderhalter missbraucht werden.

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"Allerdings halte ich es für unangemessen, das Goethe-Schiller-Denkmal anhaltend leichtfertig als Requisitenhalterung für diverse Wahlkampfthemen herabzuwürdigen", betonte der 48-Jährige.

"Ich rufe dazu auf, den kulturellen und materiellen Wert des Goethe-Schiller-Denkmals zu respektieren. Bei allen berechtigten Anliegen sollte uns eine grundlegende Sensibilität im Umgang mit dem weltbekannten Motiv wichtig bleiben."

Am Mittwoch war das über sechs Meter hohe Denkmal einer Verhüllungsaktion der Linken zum Opfer gefallen. Parteianhänger kleideten Goethe und Schiller unter anderem mit einer Plastikweste, einer Decke, einer Babypuppe, einem Pflege-Outfit und weiteren Utensilien ein und nutzten die Statue für eine politische PR-Aktion.

Im Anschluss blieb die Dekoration einfach hängen und musste von der Stadt entfernt werden, heißt es in der Mitteilung.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa

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