Hennig-Wellsow bezeichnet Kritik an Annalena Baerbock als "Schmutzkampagne"

Erfurt/Potsdam/Berlin - Die Bundesvorsitzende der Linken, Susanne Hennig-Wellsow (43), hat Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (40, Grüne) nach der Kritik an ihrem Buch in Schutz genommen und verteidigt.

Susanne Hennig-Wellsow (43, Linke) sieht in der Kritik am Buch von Annalena Baerbock (40, Grüne) ein Ablenkungsmanöver.
Susanne Hennig-Wellsow (43, Linke) sieht in der Kritik am Buch von Annalena Baerbock (40, Grüne) ein Ablenkungsmanöver.  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Baerbock wird vorgeworfen, Passagen und Formulierungen in ihrem Buch aus anderen Publikationen zusammen kopiert und wortgleich übernommen zu haben.

Hennig-Wellsow sieht in dem Großmachen der Plagiatsvorwürfe ein Ablenkungsmanöver der CDU. Gegenüber dem "Spiegel" sagte sie, dass der Wahlkampf mittlerweile "ein unterirdisches Niveau erreicht" habe.

"Ob eine Kanzlerkandidatin ein Buch braucht, weiß ich nicht, aber dass wir nur noch darüber reden, finde ich wirklich bedenklich", fügte die 43-Jährige hinzu.

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Bei der kommenden Bundestagswahl gehe es um eine "Richtungsentscheidung" von der die Christdemokraten "ablenken" wollten, erklärte sie der Nachrichtenseite.

Laut der mittlerweile in Potsdam lebenden Politikerin mache sich in der unionsgeführten Regierung "Angst" breit - Furcht vor einer linken Regierung.

"Sie kippen CDU und FDP mit Millionenspenden zu. Schmutzkampagnen in den sozialen Medien aus der rechten Blase tun ein Übriges", zitiert der Spiegel die Co-Vorsitzende der Linkspartei.

Hennig-Wellsow offenbarte in der Vergangenheit große Wissenslücken

Bei ihren Talkshow- und Interview-Auftritten fehlte es der Bundesvorsitzende der Linken in der jüngeren Vergangenheit oft an Fachwissen.
Bei ihren Talkshow- und Interview-Auftritten fehlte es der Bundesvorsitzende der Linken in der jüngeren Vergangenheit oft an Fachwissen.  © Kay Nietfeld/dpa

Hennig-Wellsow selbst war in der jüngeren Vergangenheit auch oft die Zielscheibe von Kritik gewesen - unter anderem wegen fehlenden Fachwissens in der Finanz- und Außenpolitik.

In der ZDF-Talkshow bei Markus Lanz (52) blamierte sie sich Live im Fernsehen, weil sie die Steuersätze nicht genau benennen konnte. Bei einer Frage von Lanz "wie hoch eine Erbschaftssteuer wäre", konnte die Politikerin nur mit "das habe ich nicht im Kopf", antworten.

Auf weitere Fragen zum Wahlprogramm der Linken konnte sie oftmals auch keine genauen Angaben machen. Im Live-Interview mit Thilo Jung (35) für das Format "Jung & Naiv", forderte sie den Abzug der Bundeswehr, konnte aber keinen einzigen Auslandseinsatz nennen.

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"Da muss ich ehrlicherweise sagen, die habe ich nicht alle einzeln im Blick", antwortete die 43-Jährige. Als Jung nachhakte: "Hast Du eine Idee, wie viele Kampfeinsätze der Bundeswehr aktuell laufen?", gab es als Antwort ein kurzes und knappes "Ne".

Hennig-Wellsow, die vor ihrer Zeit als Vorsitzende den Posten als Fraktions- und Landeschefin der Linken in Thüringen innehatte, spricht sich für eine grün-rot-rote Regierung aus.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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