Linke-Chefin reagiert auf Lafontaine: "Ich mache anders Politik"

Erfurt - Die Co-Vorsitzende der Linken, Susanne Hennig-Wellsow (44), hat ihren Politikstil von dem ihres Parteikollegen Oskar Lafontaine (78) abgegrenzt.

Susanne Hennig-Wellsow (44), Co-Bundesvorsitzende der Linken, reagierte auf Lafontaines Kritik.
Susanne Hennig-Wellsow (44), Co-Bundesvorsitzende der Linken, reagierte auf Lafontaines Kritik.  © Michael Reichel/dpa

"Natürlich habe ich meine Widersprüche zu Oskar und sein Politikstil ist ganz sicher nicht meiner", sagte Hennig-Wellsow der Deutschen Presse-Agentur am Rande eines Parteitages der Thüringer Linken in Erfurt. Sie vergesse nicht die Tradition der älteren Genossinnen und Genossen. "Aber ich bin eine andere Generation und mache anders Politik", betonte Hennig-Wellsow.

Anlässlich Lafontaines Abschied von der politischen Bühne würdigte sie seine Rolle beim Zusammenschluss der Linke-Vorgängerparteien WASG und Linkspartei.PDS: "Sein politischer Instinkt hat uns aus Ost und West im richtigen historischen Moment zusammengeführt", sagte Hennig-Wellsow. Die Linke würde es ohne ihn so nicht geben.

Der 78 Jahre alte Lafontaine hatte am Freitag das Ende seiner politischen Karriere verkündet. Er werde bei der Landtagswahl im Saarland am 27. März 2022 auch nicht mit einer eigenen "Liste Lafontaine" ins Rennen gehen: "Ich trete nicht mehr an", sagte er der "Welt".

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Lafontaine kritisierte zugleich die Führung der Linken. "Parteivorsitzende müssen die Flügel zusammenführen und eine Programmatik entwickeln, die alle akzeptieren. Stattdessen verstehen sich die Vorsitzenden als Mitglieder von Strömungen und befeuern seit Jahren den innerparteilichen Konflikt", sagte er.

Oskar Lafontaine (78) ist der saarländische Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke. Er wird im März 2022 nicht erneut antreten.
Oskar Lafontaine (78) ist der saarländische Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke. Er wird im März 2022 nicht erneut antreten.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Hennig-Wellsow wies darauf hin, dass Lafontaine sie darin bestärkt habe, "dass wir uns auch wirklich vorbereiten auf die Chance, in einer Bundesregierung eine Politik der sozialen Mehrheit zu machen". Das Ergebnis der Bundestagswahl schmerze noch immer, dennoch bleibe sie dabei, dass Politik Haltung und Gestaltungsmacht sei. "Dazu braucht man auch den Willen zum Regieren."

Titelfoto: Michael Reichel/dpa, Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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