Nach Wahlniederlage bei Linken-Parteitag: Zieht Leipziger Pellmann Konsequenzen?

Leipzig/Erfurt - Nach seiner Niederlage in der Kampfabstimmung zum Vorsitz der Linken erwägt der Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann (45) persönliche Konsequenzen.

Sören Pellmann (45, Die Linke) ist enttäuscht über den Ausgang des Parteitages in Erfurt, will seine Situation nun neu bewerten.
Sören Pellmann (45, Die Linke) ist enttäuscht über den Ausgang des Parteitages in Erfurt, will seine Situation nun neu bewerten.  © Jan Woitas/dpa

"Ich werde in den kommenden Tagen darüber nachdenken, was das für meine weitere Arbeit bedeutet, sowohl in der Bundestagsfraktion wie auch über mein kommunalpolitisches Engagement", sagte Pellmann der Deutschen Presse-Agentur.

Auf die Nachfrage, ob er einen Rückzug aus der Bundestagsfraktion erwäge, bekräftigte er: "Ich denke in den nächsten Tagen über alle Möglichkeiten nach."

Pellmann hatte sich für eine Position in der Doppelspitze der Partei beworben, dabei aber nur knapp 32 Prozent der Delegiertenstimmen erhalten. Gewählt wurde der Europapolitiker Martin Schirdewan (46), der künftig ein Führungsduo mit Janine Wissler (41) bildet.

Pellmann betonte: "Ich habe heute mit meinem Angebot an den Parteitag keine Mehrheit bekommen, leider nicht einmal ein knappes Ergebnis bekommen." Weil er über seine künftige Arbeit nachdenke, kandidiere er auch nicht für eine andere Position im Parteivorstand.

Der 45-Jährige hatte bei der Bundestagswahl 2021 in Leipzig seinen Wahlkreis verteidigt – eines von drei Direktmandaten, die der Linken den Einzug ins Parlament in Fraktionsstärke sicherten.

Sollte er aus dem Bundestag ausscheiden, hätte dies für den Bestand der Fraktion wohl keine unmittelbaren Folgen: Ausschlaggebend sei die Zahl der Direktmandate am Wahltag, nicht im weiteren Verlauf der Legislatur, hieß es aus Fraktionskreisen.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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