Neuer Linken-Chef Dittes will Verantwortung tragen und politischen Stillstand verhindern

Erfurt - Der Wechsel von Susanne Hennig-Wellsow (43, Linke) nach Berlin hat bei der Thüringer Linken Personalveränderungen zur Folge. Die Landtagsfraktion hat einen neuen Chef.

Steffen Dittes (47, Linke) spricht während der Landtagssitzung. Der 47-Jährige übernimmt den Parteivorsitz der Thüringer Linken von Susanne Henning-Wellsow (43).
Steffen Dittes (47, Linke) spricht während der Landtagssitzung. Der 47-Jährige übernimmt den Parteivorsitz der Thüringer Linken von Susanne Henning-Wellsow (43).  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Der Innenpolitiker Steffen Dittes (47) ist neuer Vorsitzender der Thüringer Landtagsfraktion der Linken. Dittes wurde am Samstag in Erfurt als Nachfolger von Susanne Hennig-Wellsow gewählt, wie eine Sprecherin der Fraktion mitteilte.

Der 47-Jährige, der auch Vizeparteichef der Linken ist, war für das Amt seit längerer Zeit im Gespräch. Er sei von Hennig-Wellsow vorgeschlagen worden, erklärte die Fraktion.

Dittes habe 81,5 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten, Gegenkandidaten habe es nicht gegeben, sagte die Sprecherin. Zudem wurde der Fraktionsvorstand erweitert, um die vorgeschriebene paritätische Besetzung mit Frauen und Männern zu wahren.

Zur neuen Fraktionsvize neben Katja Mitteldorf (35) und Ronald Hande (43) sei ebenfalls mit 81,5 Prozent die Sozialpolitikerin Karola Stange (61) gewählt worden.

Wellsow: "Fraktionsarbeit bei Dittes in guten Händen"

"Bei Steffen Dittes ist die Fraktionsarbeit in guten Händen. Er hat sich als langjähriger Innenpolitiker einen Namen gemacht, ist mit den parlamentarischen Abläufen aufs Beste vertraut und steht als langjähriger stellvertretender Landesvorsitzender außerdem für eine nahtlose Kommunikation zwischen Fraktion, Regierung und Landesverband", erklärte Hennig-Wellsow.

Er stehe auch für verlässliche Zusammenarbeit mit der CDU.

Aufgabe der Linke als Regierungsfraktion sei es, Verantwortung zu tragen und trotz bevorstehender Wahlkämpfe nicht der Versuchung des Populismus zu erliegen, sagte Dittes nach seiner Wahl.

"Einen politischen Stillstand darf es bis zur vereinbarten Auflösung des Landtages nicht geben." Eine vorgezogene Landtagswahl ist zusammen mit der Bundestagswahl am 26. September geplant.

Hennig-Wellsow hatte nach ihrer Wahl an die Spitze der Bundespartei auch den Parteivorsitz der Linken in Thüringen niedergelegt. Die Geschäfte sollen bis zu einer Neuwahl des Vorstandes im November Dittes sowie Gesundheitsministerin Heike Werner (52) führen.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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