"Politische Geiselhaft": Linke Thüringen will Aufnahme von Flüchtlingen gerichtlich einklagen

Thüringen - Der Brand des Flüchtlingslagers von Moria bestimmte vor einem Monat bundesweit die Schlagzeilen. Vor allem Bundesinnenminister Horst Seehofer (71, CSU) steht wegen seiner Blockadehaltung, welche er nach wie vor einhält, im Kreuzfeuer der Kritik. Die Linke Thüringen will Schutzsuchende aufnehmen und wenn nötig auch vor Gericht einklagen.

Migranten stehen Schlange, um eine Fähre von der Insel Lesbos zum griechischen Festland zu besteigen (Symbolbild).
Migranten stehen Schlange, um eine Fähre von der Insel Lesbos zum griechischen Festland zu besteigen (Symbolbild).  © Panagiotis Balaskas/AP/dpa

"Die Brandkatastrophe von Moria ist einen Monat vergangen, und es leben noch immer Tausende unter unsäglichen Umständen. Als Bundesländer können und wollen wir einen Beitrag dazu leisten, die Not zu lindern und Menschen aufzunehmen", schreibt der Landesverband Die Linke Thüringen auf seiner Internetseite. 

Neben Thüringen wollen unter anderem Bremen und Berlin mehr Flüchtlinge als für ihr Bundesland vorgesehen aufnehmen. Sollte die Bundesregierung weiter auf ihrem bisherigen Standpunkt bestehen, seien die Länder bereit, ihr Recht auf Aufnahme vor Gericht einzuklagen. 

"Wir sind entschlossen, einen Teil zur Lösung beizutragen und Menschen bei uns willkommen zu heißen", so die Linke.

Nach eigenen Angaben stehen Hunderten Kommunen, zahlreiche Kirchengemeinden und und Menschen aus der Gesellschaft hinter den Forderungen und wollen gemeinsam mit der Partei die Flüchtlinge aus der "politischen Geiselhaft" befreien. 

Susanne Hennig-Wellsow, (42, Linke) hält auf dem Landesparteitag der Linken Thüringen eine Rede.
Susanne Hennig-Wellsow, (42, Linke) hält auf dem Landesparteitag der Linken Thüringen eine Rede.  © Frank May/dpa

Der verheerende Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos hatte mehr als 12.000 Migranten obdachlos gemacht. Seehofer betonte vor Wochen Deutschland habe keine unbegrenzten Möglichkeiten, Flüchtlinge aufzunehmen. 

Titelfoto: Montage/Panagiotis Balaskas/AP/dpa, Frank May/dpa

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