FDP bleibt bei Kritik an bayerischen Corona-Inzidenz-Zahlen

München - Die Landtags-FDP bleibt bei ihrer Kritik an den Inzidenz-Zahlen für Geimpfte und Ungeimpfte des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Die bayerische FDP kritisiert die Ermittlung der Inzidenz-Zahlen für Geimpfte und Ungeimpfte. (Symbolbild)
Die bayerische FDP kritisiert die Ermittlung der Inzidenz-Zahlen für Geimpfte und Ungeimpfte. (Symbolbild)  © Angelika Warmuth/dpa

Der parlamentarische Geschäftsführer Matthias Fischbach (33) wandte sich am Dienstag auch gegen die Argumentation von LGL-Präsident Walter Jonas, der den fachlichen Grund für das Vorgehen der Behörde am Montag erneut verteidigt hatte.

"Wie man es dreht und wendet: Wenn in über 70 Prozent der Fälle kein Impfstatus bekannt ist, darf man diese nicht komplett den Ungeimpften zuordnen, ohne massive Verzerrungen in Kauf zu nehmen", sagte Fischbach.

Da mittlerweile auch von einer steigenden Zahl von Impfdurchbrüchen auszugehen sei, könne man mit diesen Zahlen "unmöglich weiterarbeiten".

Konkret geht es um die Berechnung der Inzidenz, aufgeschlüsselt nach Geimpften und Ungeimpften durch das LGL - und die Frage, ob es legitim ist, Personen mit unbekanntem Impfstatus der Gruppe der Ungeimpften zuzuschlagen.

Die "Welt" hatte berichtet, dass die Gruppe der Personen mit unbekanntem Impfstatus dabei inzwischen einen sehr großen Teil ausmache.

So war bei der Berechnung für den 24. November von gut 72.000 Personen, die als ungeimpft behandelt wurden, bei mehr als 57.000 der Impfstatus unbekannt.

Inzidenz der Geimpften könne höher ausfallen

Potenziell könnte dies das Ergebnis merklich verzerren: Die Sieben-Tage-Inzidenz der Geimpften könnte tatsächlich höher, die der Ungeimpften niedriger sein.

Jonas hatte dagegen argumentiert, aus fachlicher Perspektive sei das LGL nach wie vor der Auffassung, dass es richtig sei, die Fälle mit unbekanntem Impfstatus den Ungeimpften zuzurechnen - man wisse aus der Vergangenheit, dass man mit dieser Methode "deutlich näher" an der tatsächlichen Fallzahl sei, als wenn man umgekehrt handeln würde.

Dennoch werde man mit den anderen Bundesländern abstimmen, wie man mit der Problematik des zunehmenden Meldeverzugs umgehen und wie man die Angaben zum Impfstatus künftig entsprechend bereinigen könne.

Die FDP will aber weitere Aufklärung und hat laut Fischbach "eine ganze Serie von dringenden Anfragen" an die Staatsregierung gestellt.

Titelfoto: Angelika Warmuth/dpa

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