FDP in NRW attackiert SPD: "Abstieg der Sozialdemokratie"

Dortmund/NRW - Die FDP in Nordrhein-Westfalen will mit der Betonung beruflicher Aufstiegschancen künftig auch frühere SPD-Wählerinnen und -Wähler für sich gewinnen.

Joachim Stamp (50), Landesvorsitzender der nordrhein-westfälischen FDP, spricht in den Westfalenhallen auf der Landeswahlversammlung.
Joachim Stamp (50), Landesvorsitzender der nordrhein-westfälischen FDP, spricht in den Westfalenhallen auf der Landeswahlversammlung.  © Jonas Güttler/dpa

"Der Abstieg der Sozialdemokratie hängt ganz wesentlich damit zusammen, dass die SPD das Aufstiegsversprechen aufgekündigt hat", sagte der Landesvorsitzende Joachim Stamp (50) am Sonntag vor der Landeswahlversammlung in Dortmund.

Die SPD verliere sich in theoretischen Debatten über Identitätspolitik und Gendersprache, "statt tatsächlich in der Praxis etwas für diejenigen zu tun, die Unterstützung brauchen, damit sie beste Chancen im Leben bekommen".

Früher habe es "handfeste Sozialdemokraten" gegeben, die für diese Aufstiegsversprechen standen, "jetzt sind es die Freien Demokraten, die sich an all jene wenden, die auch aus einfachen Verhältnissen ihren Weg in unserer Gesellschaft gehen wollen. Wir kämpfen für konkrete Aufstiegschancen", so Stamp.

Attacke gegen Kevin Kühnert

Stamp bewarb sich mit seiner gut halbstündigen Rede um die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2022.
Stamp bewarb sich mit seiner gut halbstündigen Rede um die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2022.  © Jonas Güttler/dpa

"Wir kämpfen um alle enttäuschten SPD-Wählerinnen und -Wähler, die sich nicht von Bürgerkindern mit abgebrochenem Studium wie Kevin Kühnert (31) mit erhobenem Zeigefinger erklären lassen wollen, wie sie ihr Leben zu leben haben. Dafür machen wir ein faires Angebot für den Aufstieg."

Der frühere Juso-Bundesvorsitzende Kühnert ist stellvertretender SPD-Parteivorsitzender.

Stamp bewarb sich mit seiner gut halbstündigen Rede um die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2022.

Der 50-Jährige äußerte sich siegesgewiss: "Mir ist nicht bange um die Zeit nach Armin Laschet (60), wir werden erfolgreich in Nordrhein-Westfalen weiterregieren."

NRW-Ministerpräsident Laschet hatte angekündigt, er wolle unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl in Berlin bleiben und bewirbt sich für ein Bundestagsmandat.

Die 400 Delegierten wählten Stamp anschließend mit 92,2 Prozent zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl.

Stamp ist als Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration zuständig. Außerdem ist er stellvertretender Ministerpräsident. Er führt den mit rund 18.000 Mitgliedern stärksten deutschen FDP-Landesverband seit November 2017.

Titelfoto: Jonas Güttler/dpa

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