FDP wirft CDU-Landeschef Strobl fehlenden Einsatz in Maskenaffäre vor

Stuttgart - Der FDP-Landesvorsitzende Michael Theurer (54) hat dem baden-württembergischen CDU-Chef Thomas Strobl (61) fehlenden Einsatz bei der Aufklärung der Maskenaffäre in der Union vorgeworfen.

Der FDP-Landesvorsitzende Michael Theurer (54, r.) warf dem CDU-Landeschef Thomas Strobl (61) vor, bei der Maskenaffäre in der Union keine Farbe zu bekennen. (Fotomontage)
Der FDP-Landesvorsitzende Michael Theurer (54, r.) warf dem CDU-Landeschef Thomas Strobl (61) vor, bei der Maskenaffäre in der Union keine Farbe zu bekennen. (Fotomontage)  © Montage: Sebastian Gollnow/dpa, Felix Kästle/dpa

Strobl müsse Farbe bekennen und sich in aller Klarheit von den Machenschaften seiner Parteifreunde distanzieren, teilte Theurer am Sonntag in Stuttgart laut eines Sprechers mit. "Der CDU-Landesvorsitzende will den Maskenskandal offenbar unter den Teppich kehren und einfach so weitermachen wie bisher."

Anders sei sein Schweigen und sein fehlender Einsatz zur Schaffung von Transparenz nicht zu verstehen, so Theurer.

Zuvor hatten bereits die konservative Werte-Union und der CDU-Kreisverband Stuttgart den Druck auf Strobl erhöht. "Wir brauchen personelle und inhaltliche Konsequenzen", hatte der Stuttgarter CDU-Kreisvorsitzende Stefan Kaufmann (51) der Südwest Presse gesagt.

Die Partei könne nach dem Rückzug von Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann (56) nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. "Auch der Landesvorsitzende Thomas Strobl muss sich Gedanken über seine Rolle machen", sagte der Bundestagsabgeordnete.

Der Chef der Werte-Union hatte ebenfalls scharfe Kritik geäußert und den Rücktritt von Landeschef Strobl gefordert. Nötig sei eine komplette Erneuerung an der Spitze der Landespartei, hatte Alexander Mitsch (54) gesagt.

CDU hofft noch auf Neuauflage der Regierungskoalition mit den Grünen

Die bisher mitregierende Südwest-CDU war bei der Landtagswahl auf das schlechteste Ergebnis in ihrer Geschichte abgestürzt: 24,1 Prozent. Derzeit hofft die CDU noch auf eine Neuauflage der Regierungskoalition mit den Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72). Dabei setzt sie auch auf Strobl, dem ein gutes Verhältnis zu Kretschmann nachgesagt wird.

Der Regierungschef könnte sich aber auch für eine Ampel mit SPD und FDP entscheiden.

Titelfoto: Montage: Sebastian Gollnow/dpa, Felix Kästle/dpa

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