Thomas Kemmerich will für schlaflose Nächte sorgen

Erfurt - Thomas Kemmerich (55, FDP) will Veranstaltern in Thüringen eine Perspektive bieten und fordert ein einheitliches Hygienekonzept.

Thomas Kemmerich (55) ist Fraktionsvorsitzender der FDP-Thüringen.
Thomas Kemmerich (55) ist Fraktionsvorsitzender der FDP-Thüringen.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Corona-Pandemie hat die Welt weiterhin fest im Griff. Wegen der wieder steigenden Infektionen, ist das öffentliche Leben immer noch eingeschränkt. 

In Thüringen sind Clubs und Diskotheken nach wie vor geschlossen. Veranstaltungen sind abgesagt bzw. dürfen nur unter strikten Auflagen stattfinden. Hotels und Gaststätten haben dagegen wieder auf, müssen sich aber an bestimmte Hygienevorschriften halten.

Einer, den die momentanen Regeln nicht zufriedenstellen, ist Thomas Kemmerich (55, FDP). Der Fraktionsvorsitzende möchte den Menschen in der Eventbranche in Thüringen wieder eine Perspektive geben.

"Ich möchte, dass die Gäste in Thüringen wieder schlaflose Nächte haben, weil es Veranstaltungen gibt, und nicht, dass die Veranstalter schlaflose Nächte haben, weil es keine Veranstaltungen gibt", schreibt der 55-Jährige bei Twitter. 

Kemmerich kritisiert und fordert

Auf seinem Profil schreibt er weiter, dass er die Landesregierung dazu aufruft, mehr Vertrauen in die Veranstalter zu haben und kritisiert, dass die Entscheider - trotz der existenzbedrohenden Lage der Unternehmen - viel zu wenig tun würden, um ihnen zu helfen. 

Nach Ansicht des ehemaligen Kurzzeit-Ministerpräsidenten schiebe die "Regierung Ramelow" die gesamte Verantwortung auf die Kommunen und die Unternehmen der Veranstaltungsbranche. 

In anderen Ländern werden laut Kemmerich dagegen Stufenpläne mit Vertretern der Branche erstellt und umgesetzt, damit Volksfeste und Konzerte wieder stattfinden können.

Er und seine Partei fordern daher ein sogenanntes Musterhygienekonzept, damit Locationbetreiber, Veranstalter, Agenturen, Hotels, Gastronomen, Caterer, Technikfirmen und weitere Dienstleister wieder eine Grundlage für ihre Arbeit haben, schreibt er weiter.

Auf seinen Tweet erhielt der Politiker gemischte Reaktionen. "Wäre besser für Thüringen", schrieb ein User. Ein anderer dagegen antwortete: "Herr Kemmerich, ich finde, Sie haben uns in Thüringen genug schlaflose Nächte bereitet", in Anlehnung auf die Regierungskrise nach der Wahl Kemmerichs Anfang des Jahres. 

Ob die Forderung von Kemmerich wirklich Anklang findet, darf zumindest bezweifelt werden. Die Landesregierung um Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) hat sich dazu noch nicht geäußert.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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