Scholz-Kandidatur: Diese Konkurrenten aus den eigenen Reihen streiten mit um Potsdam

Potsdam - SPD-Bundesfinanzminister Olaf Scholz (61) hat für seine geplante Kandidatur zur Bundestagswahl im kommenden Jahr im Wahlkreis Potsdam Konkurrenz in der eigenen Partei.

Olaf Scholz (61) bewirbt sich um den Wahlkreis Potsdam 2021.
Olaf Scholz (61) bewirbt sich um den Wahlkreis Potsdam 2021.  © Michael Kappeler/dpa

Drei weitere Bewerber haben offiziell ihre Kandidatur erklärt: Alexander Lamprecht, Friederike Linke und Justus von der Werth, wie aus einem Schreiben der Potsdamer SPD hervorgeht. 

Der Vizekanzler und frühere Hamburger Bürgermeister Scholz will sich dafür engagieren, dass die SPD mit kluger Politik zu neuer Stärke finde, wie er in seiner Bewerbung schreibt. Er setzt darin auf gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Ausgleich ökonomischer und ökologischer Interessen. 

Scholz wohnt mit seiner Frau - Brandenburgs SPD-Bildungsministerin Britta Ernst (59) - in Potsdam. Er gilt als möglicher Anwärter für die Kanzlerkandidatur seiner Partei. 

Scholz war schon mehrere Jahre Bundestagsabgeordneter. Er holte 1998, 2002, 2005 und 2009 für den Wahlkreis Hamburg-Altona das Direktmandat.

Demokratischer Prozess noch nötig

Im Wahlkreis Potsdam holte die heutige Brandenburger Wissenschaftsministerin Manja Schüle (43) für die SPD 2017 das einzige Direktmandat in den ostdeutschen Ländern.
Im Wahlkreis Potsdam holte die heutige Brandenburger Wissenschaftsministerin Manja Schüle (43) für die SPD 2017 das einzige Direktmandat in den ostdeutschen Ländern.  © Carsten Koall/dpa

Der Potsdamer Gastronom Justus von der Werth will nach eigener Darstellung den Eindruck zerstreuen, mit der Bewerbung von Scholz wäre kein demokratischer Prozess mehr nötig.

Friederike Linke aus Kleinmachnow, die an der Universität Potsdam arbeitet, hält laut Bewerbung "trotz überraschender Entwicklungen" an ihrer Kandidatur fest. 

Alexander Lamprecht hatte sich 2014 im Wahlkreis Havelland II für den Landtag beworben, unterlag aber Barbara Richstein (54, CDU). Laura Adebahr, die ihre Kandidatur im Januar erklärt hatte, zog sie zurück.

Im Wahlkreis Potsdam holte die heutige Brandenburger Wissenschaftsministerin Manja Schüle (43) für die SPD 2017 das einzige Direktmandat in den ostdeutschen Ländern. Schüle erhielt bei der vorherigen Bundestagswahl 26,1 Prozent der Erststimmen, gefolgt von der CDU-Politikerin Saskia Ludwig (52) mit 24,9 Prozent. 

Dort traten damals auch die heutige Grünen-Chefin Annalena Baerbock (39) und die heutige FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg (39) an.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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