"Passt auf einen Bierdeckel": SPD-Rettungspaket für kleine Brauer vorgeschlagen

Düsseldorf - Mit einem Rettungspaket, das auf einen Bierdeckel passt, will die SPD in Nordrhein-Westfalen regionale Brauereien und kleine Hausbrauereien vor dem Aus bewahren.

Ein Köbes (Kellner) trägt in einem Kölner Brauhaus Kölsch-Bier.
Ein Köbes (Kellner) trägt in einem Kölner Brauhaus Kölsch-Bier.  © Oliver Berg/dpa

"Für die regionale Brauwirtschaft ist jetzt dauerhaft Fastenzeit, und das schon seit Monaten", sagte der Fraktionschef der oppositionellen SPD im Landtag, Thomas Kutschaty, am Montag.

Die Umsatzeinbrüche seien gerade für kleine und mittlere Brauereien dramatisch, die einen hohen Fassbieranteil hätten und stark von Veranstaltungen abhängig seien.

"Damit Hopfen und Malz nicht dauerhaft verloren sind in Nordrhein-Westfalen, haben wir als SPD-Landtagsfraktion ein Rettungspaket geschnürt, das auf einen Bierdeckel passt", betonte er.

Zu dem wenige Punkte umfassenden Konzept gehörten die Erstattung der Biersteuer für kleine und regionale Brauereien in NRW über drei Jahre, das Ausweiten der Bundeshilfen auf diese Betriebsgrößen und das Abwenden von Insolvenzen mit Landesmitteln.

Kutschaty kündigte an, für dieses Rettungspaket im NRW-Landtag werben zu wollen.

Erhalt der Biertradition

Thomas Kutschaty (52,SPD), Fraktionsvorsitzender der SPD in Nordrhein-Westfalen
Thomas Kutschaty (52,SPD), Fraktionsvorsitzender der SPD in Nordrhein-Westfalen  © Daniel Behmenburg/SPD NRW/dpa

"Es geht um Arbeitsplätze natürlich, es geht aber auch um Tradition in der Region, es geht auch um Heimat- und Brauchtumspflege", betonte der Oppositionsführer.

Ziel sei der Erhalt der regionalen Biervielfalt. Die nationalen Großbrauereien sowie die internationalen Brau-Konzerne verzeichneten in der Regel laut SPD verkraftbare Umsatzverluste.

Eine Biersteuer-Erstattung für kleine und mittlere Brauereien mit bis zu 200.000 Hektolitern Ausstoß pro Jahr würde im Landeshaushalt für die Jahre 2020, 2021 und 2022 insgesamt etwa 20 Millionen Euro ausmachen.

Titelfoto: Daniel Behmenburg/SPD NRW/dpa

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