Angela Merkel trifft Greta Thunberg: So lief der Klimagipfel im Kanzleramt

Berlin - Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat nach ihrem Treffen mit der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg (17) die Bekämpfung der Erderwärmung als globale Herausforderung bezeichnet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterhält sich mit den Klimaktivistinnen Luisa Neubauer (l.) und Greta Thunberg im Internationalen Konferenzsaal des Bundeskanzleramts.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterhält sich mit den Klimaktivistinnen Luisa Neubauer (l.) und Greta Thunberg im Internationalen Konferenzsaal des Bundeskanzleramts.  © Steffen Kugler/Bundesregierung/dpa

Beide Seiten seien sich in diesem Zusammenhang einig gewesen, dass den Industriestaaten bei der Bewältigung dieser Aufgabe eine besondere Verantwortung zukomme, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag nach dem Treffen in Berlin mit. Basis dafür sei die konsequente Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

Zentrales Thema des Gesprächs von Merkel mit Thunberg sowie der deutschen Aktivistin Luisa Neubauer (24) und den Belgierinnen Anuna de Wever van der Heyden und Adélaïde Charlier seien die klimapolitischen Schwerpunkte in der laufenden EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands gewesen, schrieb Seibert weiter. 

Als Einzelpunkte nannte er die angestrebte EU-Klimaneutralität bis 2050 sowie die Konkretisierung eines verschärften Zwischenziels für die Treibhausgas-Emissionen bis 2030. Die Kanzlerin und die Vertreterinnen von Fridays for Future hätten auch über die Bedeutung der CO2-Bepreisung sowie über nationale Maßnahmen der Klimapolitik wie den Ausstieg aus der Kohleverstromung diskutiert.

Zur Begrüßung hatten sich am Donnerstag etwa 20 Demonstranten vor dem Gebäude aufgestellt. Sie begrüßten Thunberg, die deutsche Aktivistin Luisa Neubauer und die Belgierinnen Anuna de Wever van der Heyden und Adélaïde Charlier mit Sprechchören der Klimabewegung wie "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut" und Schildern, die die Politik zum entschiedenen Handeln gegen den Klimawandel auffordern.

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg am Donnerstagmorgen auf dem Weg ins Bundeskanzleramt.
Die Klimaaktivistin Greta Thunberg am Donnerstagmorgen auf dem Weg ins Bundeskanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa

"Wir werden der Kanzlerin sagen, dass sie sich der Klimakrise stellen muss - vor allem jetzt, da Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft innehat", hatten die vier Gäste in einem Gastbeitrag für den "Spiegel" geschrieben. Mittlerweile werde in Führungsetagen weltweit von einer "existenziellen Krise" gesprochen.

"Die Klimakrise wird auf unzähligen Podien und Gipfeltreffen diskutiert." Es würden umfangreiche Zusagen gemacht und große Reden gehalten. "Doch wenn es um konkrete Schritte geht, stellen wir fest, dass wir nach wie vor im Stadium der Verweigerung festhängen. Noch nie ist die Klima- und Umweltkrise als Krise behandelt worden."

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa, Steffen Kugler/Bundesregierung/dpa

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