Merkel und Söder treffen sich mit Bürgermeistern und Landräten: Kanzlerin will auf Nummer sicher gehen

München - Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) will am Freitag (11 Uhr) an einer Videokonferenz mit Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) und den bayerischen Landräten und Oberbürgermeistern teilnehmen.

Kanzlerin Angela Merkel (66, r.) und Ministerpräsident Markus Söder (54) treffen sich mit Vertretern von Kommunen. (Archivbild)
Kanzlerin Angela Merkel (66, r.) und Ministerpräsident Markus Söder (54) treffen sich mit Vertretern von Kommunen. (Archivbild)  © Bernd von Jutrczenka/dpa Pool/dpa

Im Zentrum soll der weitere Kampf gegen das Coronavirus stehen. Zum einen sollen die Kommunalpolitiker nach Worten Söders aus erster Hand erfahren, wie Merkel die aktuelle Lage einschätzt, wie sie die Gefahr durch die Virusmutationen sieht und wie die weitere Entwicklung im Kampf gegen Corona aussehen könnte.

Zum anderen soll es aber auch um ganz konkrete Bedürfnisse der Kommunen gehen. Söder rechnet nach eigenen Worten mit einer sehr offenen Debatte.

Tatsächlich haben vor der Videoschalte mehrere Landräte und Oberbürgermeister Kurskorrekturen in der Anti-Corona-Politik gefordert; unter anderem klarere Öffnungsperspektiven und eine Orientierung nicht mehr nur an Sieben-Tage-Inzidenzwerten (TAG24 berichtete).

Vor allem Kommunen mit konstant niedrigen Corona-Infektionszahlen wollen raschere Lockdown-Lockerungen insbesondere für den Einzelhandel.

Söder hatte am Mittwoch zwar einen groben Stufenplan für weitere Öffnungen in Bayern skizziert: zunächst Gärtnereien und eine Lockerung der Kontaktregeln, dann der Einzelhandel, danach Sport und Kultur. Termine hierfür nannte er aber nicht - allerdings auch keine neuen Inzidenz-Schwellen unterhalb vom Wert 35.

Vor allem Gastronomie und Tourismus müssen sich demnach aber noch gedulden. Offen ist auch, wenn Schüler ab Klasse fünf wieder zurück in ihre Schulen dürfen.

Update 12.50 Uhr: Merkel verteidigt vor Kommunalpolitikern vorsichtigen Corona-Kurs

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, nimmt in der bayerischen Staatskanzlei an einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und bayerischen Landräten und Oberbürgermeistern teil.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, nimmt in der bayerischen Staatskanzlei an einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und bayerischen Landräten und Oberbürgermeistern teil.  © Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa

Trotz der vielerorts sinkenden Infektionszahlen setzt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) weiter auf einen vorsichtigen Kurs bei weiteren Lockerungen von Corona-Auflagen.

Nur bei niedrigen Inzidenzen seien mehr Öffnungen zu vertreten, sagte sie am Freitag nach dpa-Informationen in einer nicht öffentlichen Videoschalte mit rund 100 bayerischen Kommunalpolitikern.

Bei Lockerungen habe für sie Schule weiterhin Priorität, sagte Merkel den Angaben aus Teilnehmerkreisen zufolge. Danach könnten dann weitere Öffnungen in den Bereichen Einzelhandel, Veranstaltungen, Kultur und Sport klug kombiniert werden.

Seitens der Landräte und Oberbürgermeister waren bereits vor der Schalte Hoffnungen und auch konkrete Erwartungen für weitere Lockerungen geäußert worden.

Dem Vernehmen nach hielten sich die Kommunalpolitiker aber mit allzu großer Kritik - etwa über die nur langsam fließenden Finanzhilfen des Bundes - an Merkel zurück. Auch konkrete Öffnungsschritte oder gar Termine forderte zunächst niemand.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa

Mehr zum Thema Angela Merkel:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0