Angela Merkel besucht NRW: Auf sie wartet ein straffes Programm

Düsseldorf - Erstmals nimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) am Dienstag an einer Sitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts teil.

Düsseldorf: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird von Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen begrüßt.
Düsseldorf: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird von Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen begrüßt.  © Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) empfängt die Kanzlerin zunächst im herrschaftlichen Ständehaus in Düsseldorf

Das ehemalige Landtagsgebäude beherbergt heute das K21 - eine Dependance der Kunstsammlung NRW.

Das um 1880 erbaute Ständehaus am Kaiserteich war von 1949 bis 1988 Sitz des NRW-Landtags. 

Bei der Kabinettssitzung in dem Gebäude mit der weitläufigen Piazza können nach Angaben der Landesregierung die Corona-Abstandstandsregeln sichergestellt werden.

Nach einer gemeinsamen Pressekonferenz im Ständehaus wollen Merkel und Laschet das Unesco-Welterbe Zeche Zollverein in Essen besuchen. 

CDU-Vize Laschet bewirbt sich im Dezember um den CDU-Bundesvorsitz und gilt damit auch als möglicher Kanzlerkandidat.

Mitte Juli hatte die Kanzlerin bereits unter großem Medieninteresse an einer Sitzung des bayerischen Landeskabinetts im prunkvollen Schloss Herrenchiemsee teilgenommen. Damals war sie mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einer Kutsche und auf einem Schiff gefahren. 

Die Zeche Zollverein wird ein Kontrastprogramm dazu sein. Zollverein war einst die größte Steinkohlenzeche der Welt und ist heute eine Ikone der Industriekultur im Ruhrgebiet.

Corona-Pandemie in NRW als wichtiges Thema

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekommt von Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, ein Luftbild von Templin als Geschenk der Landesregierung.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekommt von Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, ein Luftbild von Templin als Geschenk der Landesregierung.  © Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa

Ein wichtiges Thema der Beratungen mit Merkel sind die Folgen der Corona-Pandemie

Land und Bund sind besorgt über die bundesweit wieder steigenden Infektionszahlen. 

NRW verzeichnet als einwohnerstärkstes Bundesland zur Zeit täglich die meisten neuen Corona-Fälle im Bundesvergleich.

Nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums von vergangener Woche ist jede vierte Ansteckung auf Reiserückkehrer zurückzuführen. 

Laschet hatte sich mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen gegen eine zweite weitgehende Stilllegung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens wie im Frühjahr ausgesprochen.

Laschet verweist immer wieder darauf, dass zwischen den Corona-Schutzmaßnahmen und Einschränkungen der Grundrechte abgewogen werden müsse. 

Armin Laschet muss Corona-Pandemie in NRW handeln

Dies hatte dem NRW-Regierungschef den Ruf eines "Lockerers" eingetragen. In der Corona-Krise waren Laschets Umfragewerte stark gesunken. 

Dabei hat NRW mit der Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen und hohen Bußgeldern bei Maskenverweigerern in Bussen und Bahnen schärfere Regeln als andere Bundesländer.

Neben der Corona-Pandemie und der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ist die "Ruhr-Konferenz" das dritte große Thema der Beratungen des NRW-Kabinetts mit Merkel. In der Ruhr-Konferenz arbeiten Projektpartner aus unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft daran, den Strukturwandel im Ruhrgebiet zu beschleunigen. 

Dass die Kanzlerin in der Zeche Zollverein mit den Akteuren zusammenkomme, sei ein wichtiges Signal, dass auch die Bundesregierung den Strukturwandel im Ruhrgebiet unterstütze, hatte Laschet gesagt. 

Gekündigte Bergleute wollen während des Besuchs Merkels demonstrieren. Ihre Forderung: Kein ehemaliger Kumpel dürfe ohne Job "ins Bergfreie" fallen, wie man im Ruhrgebiet sagt.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa

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