Merkel und der künftige Kanzler? So denkt sie über Kandidat Armin Laschet

Düsseldorf - Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat sich angesichts der Kandidatur von Armin Laschet für den CDU-Vorsitz außergewöhnlich lobend über den NRW-Regierungschef geäußert.

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) beim Empfang in NRW.
Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) beim Empfang in NRW.  © Federico Gambarini/dpa-pool /dpa

"Als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen bringt er viele Qualifikationen mit sich. Ansonsten werde ich mich nicht einmischen", sagte Merkel am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit Laschet in Düsseldorf auf die Frage einer Reporterin nach dessen Kanzlerfähigkeit. 

Sie ergänzte dann aber noch: "Wenn Sie das größte Bundesland der Bundesrepublik Deutschland regieren, in einer Koalition CDU-FDP, die effizient arbeitet, die nicht durch besonders viel Streitereien auffällt, dann ist das zumindest ein Rüstzeug, das durchaus Gewicht hat."

Merkel äußerte sich auch im Zusammenhang mit der Frage der Unions-Kanzlerkandidatur, bei der Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder in Umfragen vorne liegt. 

Die Kanzlerin und ehemalige CDU-Chefin betonte, sie habe immer gesagt, sie mische sich in die Nachfolge ihrer Positionen nicht ein. 

Aber auch hier ergänzte sie: "Ich habe für mich immer gesagt, wer CDU-Vorsitzende ist, muss auch bereit sein, und natürlich auch fähig, Kanzler zu sein."

CDU will Anfang Dezember über Kanzlerkandidaten entscheiden

Die Kanzlerin weilte am Dienstag zum Besuch in Nordrhein-Westfalen.
Die Kanzlerin weilte am Dienstag zum Besuch in Nordrhein-Westfalen.  © Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa

Die CDU will Anfang Dezember einen neuen Vorsitzenden wählen - Laschet ist neben dem Wirtschaftsexperten Friedrich Merz und dem Außenexperten Norbert Röttgen einer von drei aussichtsreichen Kandidaten. 

Über den Unions-Kanzlerkandidaten wird nach der Wahl des CDU-Vorsitzenden gemeinsam mit der CSU entschieden.

Die Kanzlerin ergänzte noch mit Blick auf ihre Visiten bei Laschet und Söder: "Und wenn man über föderale Vielfalt spricht, dann würde ich sagen: Meine beiden Besuche haben noch nicht das gesamte Spektrum aufgespannt."

Und weiter: "Aber sie geben jedenfalls den Einblick, dass man auf ganz unterschiedliche Weise es sehr schön machen kann. Und spannend und interessant."

Armin Laschet muss mit Friedrich Merz und Norbert Röttgen rechnen

Beim Empfang mit dem NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet gab es auch ein Geschenk für die Kanzlerin.
Beim Empfang mit dem NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet gab es auch ein Geschenk für die Kanzlerin.  © Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet rechnet im Ringen um den CDU-Vorsitz weiterhin mit einer Kampfkandidatur auf dem Anfang Dezember geplanten Parteitag in Stuttgart. 

"Dass ich immer für eine Teamlösung war, dass ein Team geschlossen in einen Wahlkampf gehen kann, ist offenkundig", sagte Laschet am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Düsseldorf. 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sei bereit gewesen, "in dieses Team hineinzugehen und die ganze Breite einer Volkspartei auszustrahlen. Aber im Moment gibt es keinen Anlass zu glauben, dass sich das Team noch vergrößern könnte".

Er hoffe, dass der CDU-Parteitag trotz der Corona-Pandemie stattfinden könne, machte Laschet deutlich. Der Parteitag werde sich unter Corona-Bedingungen auf die Vorsitzendenfrage konzentrieren. 

Neben Laschet gelten der Wirtschaftsexperte Friedrich Merz und der Außenexperte Norbert Röttgen als aussichtsreiche Kandidaten. 

In der CDU gibt es Befürchtungen, dass die Partei bei einem knappen Ausgang der Wahl zwischen Laschet und Merz gespalten in das Superwahljahr 2021 mit mehreren Landtags- und der Bundestagswahl gehen könnte.

"Für mich ist wichtig, dass wir trotz der Spannung rund um diese Frage uns jetzt nicht die ganzen Monate nur mit innerparteilichen Dingen beschäftigen", betonte Laschet. 

Er wolle sich weiterhin auf die Bewältigung der ernsten Corona-Situation konzentrieren. Der Ministerpräsident ergänzte: "Die Menschen hätten, glaube ich, jetzt kein Verständnis, 30 Regionalkonferenzen zu machen und eine innerparteiliche Beschäftigung die nächsten Monate zu erleben."

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa-pool /dpa

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