Im Ernstfall: Was passiert, wenn Angela Merkel ihr Amt nicht mehr ausüben kann?

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) muss sich in der Corona-Krise nun selbst in häusliche Quarantäne begeben. Doch was würde passieren, falls die Kanzlerin jetzt aus gesundheitlichen Gründen von ihrem Amt zurücktreten müsste? 

Angela Merkel (65, CDU) kurz bevor sie in häusliche Quarantäne musste. 
Angela Merkel (65, CDU) kurz bevor sie in häusliche Quarantäne musste.  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Obwohl es einen Vizekanzler gibt, derzeit in Form des Finanzministers Olaf Scholz (61, SPD), würde dieser nicht zum Kanzler aufsteigen. 

Denn der Vizekanzler ist lediglich dazu da, die Kanzlerin zu vertreten. 

Könnte Angela Merkel ihr Amt jedoch grundsätzlich nicht mehr ausüben, dann würde ein anderes Reglement greifen. Denn, wenn ihre Kanzlerschaft endet, verlieren auch der Vize und die gesamte Bundesregierung ihre Aufgaben, so "Zeit Online". 

In diesem Fall würde sehr wahrscheinlich der Bundestag zusammentreten und auf Vorschlag des Bundespräsidenten einen neuen Kanzler oder eine neue Kanzlerin bestimmen. 

Weil das Grundgesetz jedoch keine kanzlerlose Zeit vorsieht, kann das Staatsoberhaupt bis dahin einen geschäftsführenden Bundeskanzler ernennen. Für einen solchen Fall kämen aber nur bisherige Bundesminister in Betracht.

Merkel geht Dienstgeschäften weiter nach

Bundeskanzler Horst Seehofer (70, CSU). Theoretisch wäre es möglich.
Bundeskanzler Horst Seehofer (70, CSU). Theoretisch wäre es möglich.  © Wolfgang Kumm/dpa

Horst Seehofer (70, CSU), Peter Altmaier (61, CDU) oder auch Jens Spahn (39, CDU) wären im Falle des Falles vermutlich die drei aussichtsreichsten Kandidaten. 

Annegret Kramp-Karrenbauer (57, CDU) hätte sicherlich als (noch) amtierende Bundesvorsitzende der CDU auch ein gehöriges Wort mitzureden. Eines ist sicher: Ein "Not-Kanzler" wäre den Bürgern mit Sicherheit bestens vertraut.

Momentan ist das jedoch nur blanke Spekulation, denn Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte bereits im Hinblick auf Kanzlerin Merkel: 

"Sie wird sich in den nächsten Tagen regelmäßig testen lassen, weil ein Test jetzt noch nicht voll aussagekräftig wäre. Auch aus der häuslichen Quarantäne wird die Bundeskanzlerin ihren Dienstgeschäften nachgehen."


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Titelfoto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

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