"Mehr regionalisieren": Merkel stellt ihre Strategie für Lockdown-Öffnungen vor

Berlin - Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat eine stärker an regionalen Entwicklungen orientierte Öffnungsstrategie nach dem monatelangen Corona-Lockdown angekündigt.

Angela Merkel (66, CDU) berät am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten darüber, wie Deutschland in den nächsten Wochen mit der Corona-Pandemie umgeht.
Angela Merkel (66, CDU) berät am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten darüber, wie Deutschland in den nächsten Wochen mit der Corona-Pandemie umgeht.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Strategie, die man für die Zukunft entwickele, setze nicht mehr nur auf bundesweite Inzidenzen oder R-Werte, sondern mache auch lokale Unterschiede, sagte Merkel am Dienstag in einer Online-Sitzung der Unionsfraktion, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern erfuhr.

Vor den Bund-Länder-Beratungen an diesem Mittwoch sagte Merkel, auch sie selbst halte Öffnungen für notwendig. Nach dem sehr langen Lockdown würden Lockerungen "sehnlichst gewünscht", man müsse nun Schritt für Schritt vorankommen.

Die Abkehr von bundesweiten Inzidenzen - der Neuinfektionszahl pro 100.000 Einwohner und Woche - sowie von einem bundesweiten Reproduktionswert begründete Merkel demnach mit der unterschiedlichen Entwicklung der Pandemie in Deutschland.

Es sei sehr schwer zu erklären, dass in den etwa 50 Landkreisen, die eine Inzidenz von unter 35 hätten, das Gleiche gelte wie in jenen mit einer über 200.

Es sei auch nicht zu erklären, dass alle Bundesländer immer gleich behandelt werden. Man werde "mehr regionalisieren, um mehr Freiheit zu ermöglichen".

Merkel will "Impfen, Testen, Öffnen und Notfallmechanismus haben"

Die Bundeskanzlerin will bei der Teststrategie schrittweise vorgehen, um den Leuten nicht zu früh zu viel zu versprechen.
Die Bundeskanzlerin will bei der Teststrategie schrittweise vorgehen, um den Leuten nicht zu früh zu viel zu versprechen.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Die Kanzlerin fasste die Strategie nach diesen Informationen mit den Worten zusammen: "Impfen, Testen, Öffnen, vorsichtig sein und auch immer einen Notfallmechanismus haben, der dann wirkt, wenn die Nachverfolgbarkeit der Infektionsketten nicht mehr möglich ist und wir wieder in ein exponentielles Wachstum kommen sollten."

Mit diesem Ansatz gehe sie in die Gespräche am Mittwoch. "Im Detail wird das sicherlich noch ganz schön kompliziert", wurde Merkel zitiert.

Da es in den ersten Wochen noch keine umfassende Verfügbarkeit von Tests geben werde, müsse man sehen, was erste Öffnungsschritte seien, bei denen man noch Sicherheitsmaßnahmen einsetze und bei denen man schrittweise vorgehe, sagte Merkel demnach weiter.

Die Kanzlerin wurde mit den Worten zitiert: "Ich hielte nichts für schlimmer, als wenn wir sozusagen jetzt ein Testangebot machen, und die Leute stürmen die Testzentren und dann ist nicht genug Material da." Deshalb müsse man die Teststrategie "sehr sorgsam einphasen".

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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